Hallo Chef! Jede dritte Führungskraft ist ständig erreichbar

von in Arbeitsleben am Dienstag, 2. April 2013 um 12:02

Es ist eines der großen Themen unserer Zeit: ständige Erreichbarkeit. Einerseits Voraussetzung für eine flexible Zeiteinteilung, die aber auch gleichzeitig oft die Basis für eine Vereinbarkeit von Job und Familie ist. Andererseits ein wesentlicher Negativ-Faktor beim Thema Work-Life-Balance. Eine aktuelle Studie hat nun die Ist-Situation unter Managern und Personalverantwortlichen erhoben. Ergebnis: Mehr als ein Drittel ist „always on“.

400 CFOs und HR-Manager hat der Personaldienstleister Robert Half für seine „Workplace Survey“ befragt. Die Studienergebnisse überraschen nur wenig: Mehr als jede dritte Führungskraft ist auch außerhalb der Arbeitszeiten per Telefon und/oder Mail erreichbar. Fast jeder Zweite arbeitet nach Dienstschluss zuhause weiter. Und ein knappes Viertel (24 Prozent) sagt, jedes zweite Wochenende zu arbeiten. 18 Prozent geben an, überhaupt nur ein freies Wochenende pro Monat zu haben.

Natürlich ist die Sache mit der ständigen Erreichbarkeit ein zweischneidiges Schwert: Sie erleichtert es Arbeitnehmern, die auf flexible Arbeitszeiten angewiesen sind, Projekte auch von Zuhause und außerhalb der Bürozeiten zu erledigen. Sie erleichtert die Koordinierung mit Freelancern. Und sie macht es möglich, dass Kreative dann arbeiten, wenn sie gerade kreativ sind. Das Problem dabei ist nur: Es gehören immer zwei dazu. Einer der sendet oder anruft und einer, der abhebt bzw. liest.

Firmen müssen reagieren

Laut Studie sagen zwei von drei Befragten, dass die Erreichbarkeit außerhalb der Dienstzeiten im abgelaufenen Jahr zugenommen habe.  Sladjan Petkovic, Director bei Robert Half, fasst die Ergebnisse zusammen: „Führungskräfte tragen ein hohes Maß an Verantwortung, nicht nur für ihre eigenen Projekte, sondern auch für ihre Teams. Wenn es Schwierigkeiten gibt, wird von ihnen erwartet, sofort entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Daher ist es für viele Chefs wichtig, stets erreichbar zu sein und immer auf dem Laufenden gehalten zu werden. Wichtig ist, dass Unternehmen diese Flexibilität und Leistungsbereitschaft ihrer Führungsriege nicht überstrapazieren und aktiv für einen entsprechenden Ausgleich sorgen. Dies kann eine individuelle Regelung zu Home Office oder die Genehmigung von Sonderurlaubstagen sein.“

Nachsatz: Ein Problem, das nicht nur Führungskräfte betrifft.

Bildnachweis: Robert Half, Yuri Arcurs / Quelle Shutterstock

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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