„Es reicht ein einzelner frustrierter Mitarbeiter“ – karriere.talk mit Jörg Knoblauch

von in Inside am Mittwoch, 14. Mai 2014 um 11:49

Ein Unternehmen ist immer nur so gut wie seine Mitarbeiter. Eine – zugegebenermaßen – mittlerweile häufig strapazierte Phrase. An ihrer Gültigkeit lässt sich jedoch nicht rütteln. Unternehmer und Bestsellerautor Jörg Knoblauch besuchte karriere.at für einen exklusiven Vortrag. Sein Ansatz: Es gibt A-, B- und C-Mitarbeiter. Und nur die besten schießen aus eigenem Antrieb Tore für den Chef.

Kennen Sie Dave Carroll? Nein? Ehrlich gesagt, man muss diesen Namen nicht zwangsläufig gehört haben. Der Musiker schaffte das, was man wohl als den Shitstorm in Reinkultur bezeichnen kann. Er bekam vor einigen Jahren mit, wie Mitarbeiter bei United Airlines seine 1000-Dollar-Gitarre zerbrachen. Von Mitarbeitern der Fluglinie wurde er auf seine Beschwerde hin brüsk abgefertigt – und bekam sogar Flugverbot bei United Airlines. Darüber schrieb er einen Song und stellte ihn auf Youtube. Produktionskosten des Clips: 118 Dollar. 14 Millionen Leute sahen dieses bis jetzt, 80 Millionen Menschen kennen den Song. Geschätzter Schaden für die Airline: 1,2 Milliarden Dollar, gemessen am Verlust an der Börse.

„118 Dollar reichen, um eine Firma zu Grunde zu richten“

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Jörg Knoblauch

Ein Beispiel, mit dem der 31-fache Buchautor, Unternehmer und Management-Vordenker Jörg Knoblauch beim karriere.talk die Wichtigkeit jedes einzelnen Mitarbeiters hervorstrich: „118 Dollar ist alles, was reicht, um eine Company zu Grunde zu richten. Es reicht eine kleine Geschichte – ein einzelner frustrierter Mitarbeiter.“

Frustrierte, wenig motivierte Mitarbeiter oder „Miesmacher“ teilt Knoblauch der Kategorie der so genannten „C-Mitarbeiter“ zu: Arbeitnehmer, die nicht wollen, nicht können und auch kein Interesse daran haben, etwas am Status Quo zu ändern.

A-Mitarbeiter: Die Richtigen aus den Besten auswählen

Die anderen Mitarbeiter-Kategorien erklären sich von selbst: Vertreter der „B“-Schiene werden in den USA „Nine-to-fivers“ genannt. Sie arbeiten fleißig, sind zuverlässig – aber verändern letztlich wenig. A-Mitarbeiter hingegen „schießen Tore für den Chef. Wenn man sie als Vorgesetzter lobt, antworten sie, nur ihren Job gemacht zu haben“, so Knoblauch. Diesen A-Mitarbeitern nachzujagen bedeutet, aus den allerbesten verfügbaren Kandidaten auch noch den absolut richtigen auszuwählen.

Diese zu rekrutieren, zu halten und weiterzuentwicklen ist eine der größten Herausforderungen für Arbeitgeber. Viele Unternehmen seien bereits beim Recruiting zu wenig professionell: „Sie müssen Gas geben. Gerade in der IT ist eine Woche für die Bearbeitung einer Bewerbung schon extrem lang.“

Bildergalerie vom karriere.talk:

Bildnachweis: Pressmaster / Quelle Shutterstock, karriere.at / Luke Ecker (6)

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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