Frühstücks-Muffel oder Morgenstunden-Schlemmer? Wer morgens mehr isst, nimmt sicher nicht ab

von in Arbeitsleben am Dienstag, 18. Januar 2011 um 09:35

Sind Sie Frühstücks-Muffel? Glück gehabt. Denn glaubt man einer aktuellen Studie zum Frühstücksverhalten, nehmen Menschen, die in der Früh reichhaltig essen, im Lauf des Tages mehr Kalorien zu sich. Der Hunger auf einen Snack vor dem Mittagessen ist also nicht allein Produkt Ihres Fastens gleich nach dem Aufstehen – er wäre auch gekommen, wenn Sie in der Früh gleich zugeschlagen hätten.

„Das Frühstück, die wichtigste Mahlzeit des Tages“, sagte schon die Mutter, wenn man sich als Volksschüler gegen Kakao und Honigbrot in der Morgendämmerung zu wehren versuchte. Ein Team Ernährungswissenschafter rund um Volker Schusdziarra vom Else Kröner-Fresenius-Zentrum für Ernährungsmedizin in Weihenstephan widerlegt nun vorangegangene Studien. Deren Kernaussage deckte sich bisher damit, was seit jeher als Hausverstand gilt: Wer in der Früh isst, hat tagsüber weniger Hunger. Nach der neuen Untersuchung aus Bayern sei jedoch genau das Gegenteil der Fall! Wer nämlich sein Frühstück schon um 400 Kilokalorien „erweitert“, erhöht lediglich seine Gesamt-Kalorienbilanz über den ganzen Tag um eben diesen Wert.

Für die Untersuchung mussten mehr als 300 Freiwillige Tagebuch darüber führen, was und welche Mengen sie den ganzen Tag über aßen. In dem Sample war jede „Frühstücks“-Gattung vertreten: Vom völligen Verweigerer bis zum Morgenstunden-Gourmand. Das frustrierende Ergebnis beschreibt Studienleiter Schusdziarra: „Egal, wie und ob die Teilnehmer gefrühstückt hatten – beim Mittag- und Abendessen nahmen sie immer die gleiche Menge zu sich.“

Laut dem Forscher sei nämlich nicht das Verhältnis der Frühstückskalorien zur Gesamtzahl der Kalorien tagsüber entscheidend, sondern die absoluten Kalorienmengen. Soll heißen: Wer abnehmen will, sollte nicht einfach seine Frühstücksmenge erhöhen. Wer in der Früh viel isst, sollte es im Gegenzug schaffen, sich tagsüber auch bei den Mahlzeiten im Griff zu haben.

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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