Frisch getrennt? Dann Finger weg von Facebook

von in Arbeitsleben am Mittwoch, 28. August 2013 um 10:13

Zu Facebook kann freilich jeder stehen, wie er mag. Die einen können nicht ohne, andere haben es bewusst nie versucht oder sich nach einer kurzen Testphase wieder abgemeldet (und dann unter einem anderen Namen wieder angemeldet). Für Diskussionen und Missgunst sorgt auch immer wieder die Frage, wie man während der Arbeitszeit mit dem Drang zum Liken und Kommentieren umgehen soll? Ob im Büro, unterwegs oder daheim: Für frisch Getrennte ist Facebook selten gut. Laut aktueller Studie verstärkt es nur den Trennungsschmerz.

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Digitale Spuren sind beständiger

Geahnt hat man es freilich schon – Facebook oder andere soziale Netzwerke sind Gift für ein schmerzendes Herz. Denn reichte es früher etwa aus, Liebesbriefe oder Fotos zu verbrennen, lassen sich die digitalen Spuren einer Beziehung heute nicht mehr so leicht beseitigen. Die Versuchung, dem oder der Ex trotz Trennung zu folgen, ist groß. Und zwar an jedem Ort, an dem es Internet gibt – oder man sein Smartphone dabei hat. Und das Büro, wo man schließlich die meiste wache Zeit verbringt, ist hier keine Ausnahme.

Dem Ex entkommt man nicht immer

trennungs_herzSei es aus Neugierde, durch Zufall oder aus Langeweile – den Social Media-Aktivitäten der Verflossenen entkommt man nicht immer. Doch was macht das mit uns? Und was bedeutet dieses Verhalten für den Trennungsschmerz? Diesen Fragen ging die britische Forscherin Tara Marshall mit einer Studie nach, wie die Plattform Forschung erleben berichtet. Sie untersuchte konkret den Zusammenhang zwischen einem möglichen Facebook-Kontakt mit dem ehemaligen Partner und dem Trennungsschmerz. An ihrer Studie nahmen 465 Frauen und Männer, deren Ex auch bei dem sozialen Netzwerk registriert war, teil.

Je stärker das Leid desto häufiger …

wut_aergerMittels Fragebogen wurden die Teilnehmer vorab gefragt, ob weiterhin Kontakt zum ehemaligen Partner besteht, ob sie auf Facebook noch befreundet sind und falls ja, wie oft die Profilseite des anderen besucht wird. Ebenfalls abgefragt wurden sowohl Ärger und Wut als auch die Sehnsucht oder Trauer, die dabei aufkommen. Das Ergebnis spricht eine deutliche Sprache: Je stärker das Leid unter der Trennung desto häufiger wird auch die Profilseite des anderen besucht. Spannend ist, dass dieser Zusammenhang laut der Forscherin unabhängig von der Art der Trennung, dem Kontakt im echten Leben oder einer Facebook-Freundschaft ist.

Bilder aus vergangenen Zeiten

fotos_zerreissenDie Ergebnisse werden von Marshall dahingehend interpretiert, dass ein Besuch der Profilseite die Verarbeitung erschwert. Wer sich selbst und seinem gebrochenen Herzen also etwas Gutes tun will, der sollte die Finger von solchen Stöbereien lassen. Denn auch wenn das „aus den Augen, aus dem Sinn“ freilich nicht immer funktioniert, erleichtert es das weitere Leben doch ungemein. Und für die allgemeine Stimmung ist es auf jeden Fall besser, wenn man sich nicht in der Arbeit oder sonst wo mit Bildern aus vergangenen Zeiten quält.

Bildnachweis: Spoptnicki / Quelle Shutterstock, Solominiviktor / Quelle Shutterstock, Olga Ekaterincheva / Quelle Shutterstock, ArtFamily / Quelle Shutterstock

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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