Fremdsprachen im Job als Bewerbungslüge? Keine gute Idee!

von in Arbeitsmarkt, Bewerbung am Dienstag, 9. April 2013 um 10:42

Englisch wird in Bewerbungsunterlagen meist ohne Zögern als Fremdsprache Nummer 1 angeführt. Zusätze wie „verhandlungssicher“ oder „fließend in Wort und Schrift“ sind ebenfalls gang und gäbe. Dass Fremdsprachen auch für den Job immer wichtiger werden, überrascht nicht. Man denke nur an Globalisierung, die immer vernetztere Welt und Social Media. Was allerdings ab und an überrascht, ist die Panik im Gesicht von Kollegen, wenn das Display am Telefon einen Auslandsanruf ankündigt. Englisch, jetzt sofort, per Telefon – und das noch dazu vor den Kollegen. Ein Albtraum gerade für jene, deren Schulenglisch nach der Maturareise einfach auf der Insel geblieben ist.

Der große Vorteil der Berufseinsteiger

Ist ja schon wirklich lange her – stimmt in manchen Fällen und wie eine Studie des Marktforschungsinsituts Gallup zeigt, nimmt die Fremdsprachenkompetenz mit wachsender Berufserfahrung ab. Konkret trauen 72 Prozent der von Gallup befragten Personalvertreter Berufseinsteigern besseres Englisch zu, als Bewerbern mit Berufserfahrung. Ein großer Minuspunkt bedenkt man, dass 79 Prozent der österreichischen Personalverantwortlichen sehr wohl Fremdsprachenkenntnisse von den Arbeitnehmern erwarten.

Stimmen die Angaben im Lebenslauf?

In manchen Unternehmen werden die sprachlichen Fähigkeiten der Bewerber nicht dem Zufall bzw. den eigenen Angaben im Lebenslauf überlassen. 73 Prozent der Unternehmen testen laut der Umfrage schon beim Bewerbungsgespräch, ob das Englisch auch wirklich verhandlungssicher oder das Spanisch auch fließend ist. Das Ergebnis: Nur fünf Prozent der Bewerber schneiden bei diesen Tests sehr gut ab, die Hälfte ist „eher gut“ bis „weniger gut“. Mehr als ein Viertel der Unternehmen prüft die Angaben also nicht – vielleicht erklärt dies, weshalb jedes fünfte heimische Unternehmen die mangelnden Fremdsprachenkenntnisse der Mitarbeiter beklagt.

Auf den Konzern kommt es an

Die Folgen für die betroffenen Mitarbeiter kann man sich ausmalen, für die Unternehmen reichen die Folgen von Beschwerden oder Zusatzkosten bis hin zu Auftragsverlusten. Freilich, wie wichtig Englisch & Co. sind, hängt vom angestrebten Konzern ab. Wer sich für eine Stelle in einem multinationalen Konzern interessiert, der sollte auch im eigenen Interesse daran arbeiten, dass die geforderten Sprachkenntnisse auch wirklich vorhanden sind bzw. gelebt werden. Denn abgesehen von der Scham, sich vor der Kollegenschaft zu blamieren, leidet freilich die Arbeitsleistung, wenn nicht ausreichend gut kommuniziert werden kann.

Sprachreisen nur für Schüler? Irrtum

Doch wie lernt man eine Sprache am besten und schnellsten? Sprachkurse sind eine Möglichkeit, eine andere, die zunehmend an Bedeutung gewinnt, sind Sprachreisen. Ja, auch für Erwachsene. Wie EF-Sprachreisen berichtet, werden diese zunehmend von berufstätigen Erwachsenen gebucht – sind somit also längst nicht mehr nur Schülern oder Studenten vorbehalten. „Reisen und Bildung zu kombinieren, Fremdsprachenkenntnisse zu erweitern und nebenbei fremde Länder und Kulturen kennenzulernen, wird immer beliebter“, wie Elisabeth Sekulin, Country Managerin von EF, betont. Übrigens: Die Sprachschulen in Chicago und Manchester haben sich bereits komplett auf den Unterricht für Erwachsene spezialisiert und nehmen keine Schüler unter 25 Jahren an.

Bildnachweis: Lynx Aqua / Quelle Shutterstock, Viorel Sima / Shutterstock

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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