Fremdgehen, Tratschen, Depression – Wunder der Wissenschaft

von in Arbeitsleben am Dienstag, 3. Mai 2011 um 14:26

Wunder der Wissenschaft lauern überall. Wussten Sie beispielsweise, dass nicht das Geschlecht darüber entscheidet, wie oft man fremdgeht, sondern der berufliche Erfolg? Soll heißen: Erfolgreiche Frauen springen ebenso oft zur Seite wie Erfolgs-Männer. Oder dass Menschen, die sich gern dem Smalltalk widmen, eher unglücklich sind als Personen mit Hang zur substantiellen Unterhaltung? Und: Wer depressiv ist, trifft bessere Entscheidungen. Drei Studien überraschen uns derzeit mit kuriosen Erkenntnissen.

Es gibt Tage, da erliegt man ihnen einfach: Wissenschafts-Meldungen. Oft sind sie spannend wie ein Krimi. Manchmal bestätigen sie eigene Erfahrungen. Und manchmal sind sie einfach nur witzig zu lesen. In den vergangenen Tagen erreichten uns gleich mehrere spannende Studienergebnisse, die wir keinesfalls für uns behalten können.

Erfolg im Job = Erfolg beim Fremdgehen

Männer gehen öfter fremd – so dachte man zumindest bis jetzt. „Stimmt nicht“, sagt dazu zumindest Professor Joris Lammers von der Tilburg Universität in Holland. Er und sein Team kamen nämlich zu dem Schluss, dass es nicht das Geschlecht ist, das über die Tendenz zum Seitensprung den Ausschlag gibt. Wie die „BZ“ berichtet, sei es  viel mehr der berufliche Erfolg, der den Reiz am Verbotenen steigere, ist sich der Forscher sicher, der für die Studie 1.561 Personen zu Sozialstatus, Beruf, Risikobereitschaft und Fremdgeh-Affinität befragte.

Wer allerdings weiß, wieviele Frauen tatsächlich in Führungspositionen sitzen, kommt schnell zum Schluss, dass es wahrscheinlich doch mehr Männer gibt, die Fremdgehen…

Macht Smalltalk unglücklich?

Heute schon getratscht? Und wenn ja: Wie? Würden Sie die geführten Konversationen eher in den Bereich Smalltalk (Wetter, Fußball, Urlaub…) oder aber in den Bereich „substantiell“ (tiefsinniger) einzuordnen? Sollten Sie sich in die Gruppe der Nicht-Smalltalker eingeordnet haben, sind Sie – nach den Ergebnissen einer US-Studie – tendenziell glücklicher als jene Menschen, die gerne und stundenlang über Alles und Nichts plauschen können. Wie das Wissenschafts-Blog Alltagsforschung berichtet, mussten 79 Freiwillige für die Studie je vier Tage lang einen Rekorder mit sich herumtragen, der ihre Gespräche aufzeichnete. Außerdem mussten die Teilnehmer angeben, wie gut sie sich körperlich und geistig fühlen. Ergebnis: Glückliche Teilnehmer führten doppelt so viele tiefgründige Gespräche, redeten insgesamt um 70 Prozent mehr und waren auch um ein Viertel weniger allein als die Unglücklichen.

Klingt grundsätzlich spannend und auch plausibel. Was allerdings auch zu bedenken ist: Die Originalstudie beobachtete lediglich das Verhalten der Probanden ohne festzustellen, ob nicht auch andere Gründe für das Lebensglück ausschlaggebend sein könnten. Oder aber: Lebensglück führt erst zu tiefsinnigen Gesprächen…

Depression hilft beim Problemlösen

Durchaus ernster aber nicht weniger interessant sind die Erkenntnisse folgender Studie, die science.orf.at ausgegraben hat: Die Untersuchung besagt, dass Menschen, die an Depressionen leiden, bessere Entscheidungen treffen und Probleme berharrlicher zu lösen versuchen. Für den Versuch ließen Psychologen der Uni Basel (Schweiz) 54 Probanden ein Computerspiel spielen, das zum Ziel hatte, Bewerber für Parkplätze, Wohungen oder Jobs auszuwählen. Fazit: Nicht depressive Untersuchungsteilnehmer sahen sich weniger Bewerber an, bevor sie Entscheidungen fällten. Depressive hingegen suchten länger und suchten in weiterer Folge die besseren Bewerber aus. Warum diese Ergebnisse so interessant sind: Seit Jahrzehten diskutiert die Wissenschaft darüber, ob Depressionen die Gedächtnisleistung von Betroffenen negativ beeinflussen oder diese aufgrund der Anpassung an komplexe Probleme entstehen.

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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