This Year Will Be Different: Ein Guide für angehende Freelancer

von in Arbeitsleben, Jobsuche am Montag, 9. März 2015 um 11:38

Sich selbstständig machen. Klingt gut. Wirft aber auch viele Fragen auf. Antworten sucht man am besten bei jenen, die den Schritt zum Freiberufler bereits geschafft haben. Einen Guide für Freelancer hat Monika Kanokova Anfang dieses Jahres veröffentlicht. In ihrem Buch This Year Will Be Different geben Frauen, die sich freiberuflich selbstständig gemacht haben, Einblick in die Höhen und Tiefen ihres Business und verraten, worauf es beim Gründen ankommt. Ein ehrlicher Einblick in den Traum vom eigenen Unternehmen.

This Year Will Be Different, so hat Monika Kanokova ihr Buch betitelt. Anders und neu wird das Jahr 2015 für die Autorin und Marketingexpertin ganz sicher. Sie hat nicht nur ein Buch über Freelancer geschrieben, sondern mit einer erfolgreichen Kickstarterkampagne auch erfolgreich finanziert. In ihrem Buch hat sie Geschichten erfolgreicher Freelancer gesammelt, die ihre Hobbys und Leidenschaften zum Beruf gemacht haben. Ihr eigener Karriereweg zeigt, dass man seine eigene Berufung manchmal erst nach zahlreichen Berufsstationen findet. Und das ist ja nichts schlechtes.

Vom Hobby zum Beruf: „Man muss offen darüber sein, was einen interessiert.“

Ein paar Worte zu deinem Werdegang: Welche beruflichen Stationen haben dich dorthin gebracht, wo du jetzt bist?

Monika Kanokova

Monika Kanokova

Monika Kanokova: Ich denke, mein Lebenslauf wäre ein Dorn im Auge jedes Personalleiters, da ich häufig gewechselt habe und auch mein Ausbildungsweg kein gerader war. Nach einer Modeschule habe ich Innenarchitektur studiert, dazwischen aber ein Vorbereitungsjahr in einem Kunstkolleg in England gemacht, um meine Sprachkenntnisse auf Vordermann zu bringen. Im dritten Semester auf der New Design University startete ich einen Blog und kurz vor meinem Abschluss kam plötzlich eine Email von einer Agentur, die sich auf Trends und Unternehmensberatung fokussierte; sie folgten schon länger meinem Freizeitgeschreibsel und suchten neue Mitarbeiter. Das war quasi eine 1-01-Lektion, wie man ein Hobby zum Beruf macht. Man muss offen darüber sein, was einen interessiert, damit Menschen einen Grund haben, einen auch anzusprechen.

Von der Uni in den Job und wieder zurück

Es war zwar toll, endlich ein normales Gehalt am Konto zu sehen, doch als dann Zusagen von diversen Universitäten in Irland und Holland kamen, konnte ich nicht widerstehen und entschied mich, einen Kommunikationsmaster in Holland zu machen. Nach meinem Studium kam ich zurück nach Österreich und habe als Projektmanagerin bei einer Wiener Agentur angefangen. Meine Vorgesetzte und ich haben uns nicht vertragen und sie hat mich nur wenige Monate später gekündigt. Wie es oft so kommt: Nachdem eine Tür zugeht, öffnet sich eine andere und innerhalb einer Woche kam auch schon ein Jobangebot von einer ganz tollen Agentur in Salzburg.

Freiberuflich

Die Selbstständigkeit lockt…

Die Arbeit dort war toll, doch leider war die Stadt nicht die Richtige für mich. Ich zog kurzerhand nach Berlin, dort hatte ich zwei Jobzusagen: Von einer Top-Agentur und einem aufstrebenden Startup. Ich entschied mich für die Stelle als Community Managerin bei dem Startup. Doch so toll alles begann, so schwierig war es dann irgendwann. Neben dem CTO war ich irgendwann die letzte Mitarbeiterin und da sich auch in meinem privaten Leben einiges geändert hat, schien die Selbständigkeit der beste neue Weg zu sein. Ich habe also kurzerhand gekündigt und zog zurück nach Österreich. Jetzt spezialisiere ich mich auf Community Management, Content Strategy und hie und da unterstütze ich meine Kunden auch bei der Produktentwicklung. Im Prinzip spezialisiere ich mich auf das Verbindungsglied zwischen Unternehmen und ihren Kunden.

War es für dich schon länger klar, dass du dich selbstständig machen möchtest oder entstand dieser Karriereweg spontan?

Monika Kanokova: Ich denke, es war mir immer schon klar, dass ich irgendwann etwas eigenes starten werde. Ich dachte nur nicht, dass ich es mache, noch bevor mein Studienkredit abbezahlt ist. Nur als sich dann meine private Situation verändert hat, war für mich klar, dass ich nicht eine Stelle annehmen kann, bei der ich von in der früh bis am Abend an einem bestimmten Ort sitzen müsste.

Wann hast du das erste Mal daran gedacht, ein Buch über Freelancer zu schreiben? Wie ist die Idee zum Buch entstanden?

Monika Kanokova: Die Idee für das Buch hatte ich Ende November. Mit einem Kredit und keinen Ersparnissen hatte ich viele Fragen, die ich möglichst schnell beantwortet haben wollte. Da fiel mir ein, dass ich nicht die einzige sein kann, die sich all diese Fragen stellt. Ausserdem wollte ich immer schon ein Buch schreiben und plötzlich bekam ich ein Thema auf dem Silbertablett serviert. Zu dem Zeitpunkt war ich gerade auf Kundenauftrag in London und hatte daher abends Zeit Interviews über Skype zu führen und sie auch gleich zu editieren. Die Arbeit war so toll, dass es leicht von Hand ging. Da ich aber auch wöchentlich einen Newsletter schreibe  und ganz oft tolle Antworten bekomme, ist das Buch nicht nur mit Interviews gefüllt, sondern auch mit Artikeln, die ich sonst früher oder später als Newsletter verschicken würde.

Welche Fragen beantwortet dein Buch?

Monika Kanokova: Ich muss zugeben, dass ich das Projekt sehr pragmatisch angegangen bin und einfach die Fragen gestellt habe, die einen ganz zu Beginn der Selbstständigkeit interessieren: Wie lange es dauert, ein Business aufzubauen und was man machen muss, damit es auch erfolgreich wird. Wie lange es dauert, bis man von dem, was man verdient, auch wirklich leben kann und natürlich wie man an Kunden kommt und mit diesen am besten verhandelt. Ich wusste ja, ich muss von meiner Selbständigkeit vom ersten Tag an leben können, da wollte ich einfach möglichst schnell von den Frauen lernen, die den Schritt in die Selbständigkeit vor mir gewagt haben und die ich schon länger für ihre Arbeit bewundere.

Deine Top 3 der Tipps/Ratschläge an jemanden, der sich selbstständig machen möchte.

  • Gehe hinaus und sprich mit Menschen darüber, was du machen möchtest.
  • Arbeite freiwillig an Projekten, für welche du eines Tages bezahlt werden möchtest.
  • Kreiere eine Website und schreibe einen Blog über die Art der Arbeit, die dich interessiert.

Übrigens: Die Kickstarter-Kampagne für Monika’s zweites Buch „My Creative (Side) Business“ läuft bereits.

Bildnachweis: fototip / Shutterstock; M. Kanokova, HconQ / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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