Immer mehr Frauen arbeiten – oft aber in Teilzeit-Jobs

von in Arbeitsmarkt, Gehalt am Freitag, 2. März 2012 um 14:46

Immer mehr Frauen arbeiten – allerdings immer häufiger in Teilzeit-Jobs. Und: Am Einkommensunterschied zwischen Mann und Frau hat sich in den vergangenen zehn Jahren fast nichts geändert – mit dem Effekt, dass Frauen auch in ihrer Pension mit weniger Geld auskommen müssen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Statistik Austria. Acht Fakten zum Thema Einkommensunterschiede.

Am 8. März begehen wir ihn wieder, den „Internationalen Frauentag“. Und wieder wird das Thema Einkommensgerechtigkeit stärker ins Blickfeld gerückt werden. Denn dass die Einkommensschere in Österreich gewaltig auseinander klafft, ist bekannt: Österreich rangiert – wie im Herbst berichtet – in dieser Hinsicht europaweit am vorletzten Platz. Eine aktuelle Aufstellung der Statistik Austria liefert nun eine Reihe an Fakten zum Thema Arbeits- und Einkommensgerechtigkeit, die den Handlungsbedarf einmal mehr deutlich macht.

Acht Fakten dazu:

  1. Zwei von drei österreichischen Frauen im erwerbsfähigen Alter (66,4 Prozent) hatten im Jahr 2010 einen Job. Um sieben Prozent mehr als noch zehn Jahre davor (59,4 Prozent).
  2. Laut Statistik Austria wird dieser Anstieg hauptsächlich dadurch verursacht, weil immer mehr Frauen in Teilzeit-Jobs waren: So arbeiteten 2010 43,8 Prozent Teilzeit (2000: 32,3 Prozent). Im Vergleich dazu: Trotz eines Anstieges von vier auf neun Prozent, ist der Teilzeit-Anteil bei Männern deutlich niedriger.
  3. Befragt nach den Gründen dafür, gaben vier von zehn Frauen (38,1 Prozent) an deshalb nicht Vollzeit zu arbeiten, weil sie Kinder oder pflegebedürftige Familienmitglieder zu betreuen hätten. Hauptgrund warum Männer Teilzeit arbeiteten war die Fortbildung (23,8 Prozent).
  4. Sieben von zehn Frauen (25-49 Jahre) mit Kindern unter 15 Jahren sind teilzeitbeschäftigt. Frauen ohne Kinder arbeiteten 2010 zu 31,9 Prozent weniger als 38,5 Stunden pro Woche.
  5. Bei Männern bewirkt eine Vaterschaft tendenziell eher das Gegenteil: Kinderlose Männer haben zu 7,9 Prozent Teilzeit-Jobs, Väter von Kindern bis 15 Jahre nur zu fünf Prozent.
  6. Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau haben sich in Österreich seit dem Jahr 2000 nicht wirklich abgeschliffen. So lagen Frauen bezogen auf die mittleren Bruttojahreseinkommen aller unselbständigen Erwerbstätigen sowohl zur Jahrtausendwende als auch 2010 um 40 Prozent hinter jenen der Männer. 2010 lag diese laut Statistik Austria bei 18.270 Euro, das der Männer bei 30.316 Euro.
  7. Vergleicht man die mittleren Bruttojahresverdienste von ganzjährig Vollzeitbeschäftigten, so liegt der Einkommensunterschied noch immer bei 19,1 Prozent. (2000: 22,5 Prozent).
  8. Durch das niedrigere Einkommen und kinderbedingte Lücken im Job-Lebenslauf liegt auch die durchschnittliche Pensionshöhe der Frauen mit 784 Euro deutlich unter jener der Männer (1.632 Euro). Ein Unterschied von 51,9 Prozent.
Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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