42 Prozent der Frauen mit Einkommen unzufrieden

von in Arbeitsmarkt, Gehalt am Montag, 17. September 2012 um 10:15

Nicht weniger als 42 Prozent der österreichischen Arbeitnehmerinnen schätzen sich beim Einkommen als „gelegentlich“ bis „sehr häufig“ als benachteiligt ein. Dies ergab die aktuelle Auswertung des Österreichischen Arbeitklima Index mit dem Schwerpunkt Frauen. Wie die Befragung weiters ergeben hat, haben fast ein Drittel der Arbeitnehmerinnen Diskriminierungen oder Belästigungen bereits am eigenen Leib erlebt.

Von der Jobvergabe bis zur Beförderung: Frauen fühlen sich oft übergangen

Vor allem im Handel – von den rund 600.000 Beschäftigten sind 70 Prozent Frauen – ist die Unzuriedenheit mit dem Einkommen hoch. Die Ergebnisse des jüngsten Arbeitsklima Index zeigen zudem, dass sich rund ein Drittel der unselbstständig Arbeitenden bei Beförderungen übergangen fühlt, weitere 27 Prozent tun dies bei der Jobvergabe nach einer Bewerbung und 26 Prozent gaben an, weniger Verantwortung übertragen zu bekommen, als ihre männlichen Kollegen. Dass die eigene Arbeit generell zu wenig geschätzt wird, trifft für 24 Prozent (fast jede vierte Frau) zu. Zudem berichtet ein Viertel der befragten Frauen davon, schon einmal abfällige Bemerkungen erlebt zu haben, persönliche körperliche Übergriffe aber auch sexuelle Belästigung im Job mussten acht Prozent der Frauen schon erfahren.

Zu wenig Hilfe vom Unternehmen

Ein wesentlicher Kritikpunkt in diesem Zusammenhang ist für die Arbeiterkammer OÖ die Tatsache, dass die betroffenen Frauen laut der Umfrage zu wenig Unterstützung im Unternehmen erhalten würden. Laut dem im September veröffentlichten Arbeitsklima Index meinen nur zehn Prozent der Arbeitnehmerinnen, dass sich ihre Unternehmensführungen aktiv für Themen wie Gleichbehandlung sowie den Schutz vor Diskriminierung einsetzen. Als Partner für ihre Belange sehen die befragten Arbeitnehmerinnen hingegen die Arbeiterkammer (36 Prozent), das Frauenministerium (35 Prozent) sowie die Gewerkschaften (23 Prozent).

Leistbare Kinderbetreuung? Leider oft Fehlanzeige

Weiters krankt es, so die Umfrage, am Angebot für leistbare Kinderbetreuung. Für nur elf Prozent der weiblichen Beschäftigten, die einen männlichen Vorgesetzten haben, gibt es demnach Angebote oder Regelungen für die Kinderbetreuung. Bei weiblichen Vorgesetzten sind es übrigens 18 Prozent. Betriebskindergärten gibt es für 16 Prozent der Befragten, eine andere Betreuungsmöglichkeit haben zehn Prozent der Frauen in ihrem Unternehmen. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek dazu: „Jede vierte Frau würde gerne mehr arbeiten. Aber in einigen Betrieben werden gar keine Vollzeitjobs angeboten. Und oft fehlt es an Kinderbetreuung. Da braucht es dringend Verbesserungen, etwa einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz ab dem ersten Lebensjahr des Kindes. Und wir brauchen eine faire Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit: Mehr Windeln wechselnde Papas, besser bezahlte Mamas – das wäre ein wichtiger Schritt zu mehr Gleichberechtigung am Arbeitsplatz“.

Bildnachweis: frazze / Quelle Photocase

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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