Studie: Frauen im Vorstand bringen Erfolg

von in HR am Donnerstag, 19. Januar 2012 um 14:21

Mehr Frauen in Führungsebenen. Bessere Wiedereinstiegsmöglichkeiten für Frauen nach der Babypause. Kinderbetreuungseinrichtungen, die Job und Familie möglich machen. Forderungen, die seit Jahren gestellt werden, für deren Umsetzung aber spürbar wenig geschieht. Das Wirtschaftsprüfungsunternehmen Ernst & Young sorgt nun mit der international durchgeführten Studie „Mixed Leadership“ für Aufsehen: Unternehmen mit Frauen in der obersten Führungsebene sind laut Statistik erfolgreicher als rein männlich besetzte Top-Etagen.

Grundsätzlich ist ja einiges geschehen in den Jahren 2005 bis 2010: 42 Prozent aller 290 europaweit von Ernst & Young untersuchten Unternehmen wiesen 2010 mindestens eine Frau im Vorstand auf – fünf Jahre zuvor waren es erst 27 Prozent gewesen. Gemessen an der Gesamtzahl der Vorstandsmitglieder sieht der Anstieg allerdings etwas bescheidener aus. Lediglich 178 der 2.262 Vorstände im Jahr 2010 waren Frauen – 8 Prozent also (2005: 5 Prozent).

Studie: Chefinnen bringen Erfolg

Laut Studienergebnissen sind Unternehmen mit gemischten Führungskadern statistisch gesehen auch erfolgreicher:  Sie konnten wesentliche Kennzahlen wie Umsatz und Gewinn im Vergleich mit rein männlich geführten Unternehmen verhältnismäßig stärker steigern. Bereinigt wurden die Ergebnisse von den Studienautoren allerdings um Energie- und Rohstoffkonzerne (fast nur rein männlich besetzte Vorstände), da deren starkes Wachstum auf eine starke Sonderkonjunktur zurückzuführen sei.

Quelle: Ernst & Young, Mixed Leadership, 2012

Quelle: Ernst & Young, Mixed Leadership, 2012

Auch die Bereiche, in denen weibliche Top-Jobberinnen tätig sind, hat die Studie untersucht: 15 Prozent der Unternehmen besetzten 2012 ihre HR-Vorstände mit Frauen, jedes neunte (11 Prozent) überantwortete die Marketingleitung einer weiblichen Führungskraft. Der Bereich Finanzen bleibt allerdings fest in Männerhand, lediglich sechs Prozent der Betriebe warten mit einem weiblichen CFO auf, gar nur zwei Prozent haben Frauen als Vorstandsvorsitzende.

Österreich: Vorletzter im Ranking

Wie sieht die Situation in Österreich aus? Nicht nur beim Thema Einkommensgefälle hinkt die Alpenrepublik hinterher – auch bei der Durchlässigkeit in Richtung oberste Führungsebenen scheinen Geschlechter-Filter dichter gewoben zu sein als in den meisten Europäischen Staaten. Ernüchterndes Ergebnis: Gemessen an der Gesamtzahl der Vorstandsmitglieder teilt sich Österreich gemeinsam mit Luxemburg den wenig rühmlichen vorletzten Platz vor Deutschland.

Quelle: Ernst & Young, Mixed Leadership, 2012

Quelle: Ernst & Young, Mixed Leadership, 2012

Doch wie schaffen dies Konzerne in anderen Ländern? Das Um und Auf sei ein funktionierendes System an ganztägigen Kinderbetreuungseinrichtungen, zitiert orf.at Helmut Maukner, Country Managing Partner bei Ernst & Young Östereich. Ohne diese könnten selbst Frauenquoten, welche Unternehmen zu Frauen in Führungsetagen verpflichten, wenig ausrichten, ist Maukner überzeugt.

 

Redaktion

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