Frau 2.0 zwischen Beruf und Familie – Zu wenig Zeit für sich

von in Arbeitsleben am Montag, 12. November 2012 um 11:36

Zeit ist das unsichtbare Gold des heutigen Lebens. Dies zeigt einmal mehr eine aktuelle Studie des market-Instituts, die sich den Alltagsproblemen der „Frau von heute“ widmet. Eine der Kernaussagen der Studie über österreichische Frauen ist: Sie haben zu wenig Zeit für sich selbst, die Anforderungen von Beruf und Familie überlasten. Weiters herrscht eine große Unsicherheit was die finanzielle Absicherung derzeit sowie in Zukunft betrifft. Ein Stimmungsbild der Frau 2.0.

Was Frauen wollen

Fangen wir mit der guten Nachricht an. Was die österreichischen Frauen glücklich macht. Soziale Geborgenheit, sprich, die Verankerung in einem sozialen Netz, steht hinter der Gesundheit an zweiter Stelle. Auch die finanzielle Absicherung – das Sich-keine-Sorgen-machen-müssen – wird von den heimischen Frauen angestrebt. Logischerweise haben Single-Mütter ein besonders hohes Interesse, finanziell gut aufgestellt zu sein. Auch die eigene sportliche Fitness sowie die Gesundheit ist für diese Frauengruppe besonders wichtig.

Was Frauen nicht wollen

Nun zur weniger guten Nachricht. Gefragt nach den kleinen und großen Sorgen des Alltags, zeichnet sich ein sehr deutliches Bild. Der Faktor Zeit ist, so die Umfrage unter 400 Österreicherinnen, das bedeutendste Alltagsproblem. Nicht weniger als sechs von zehn Frauen möchten mehr Zeit für sich, besonders Frauen mit kleinen Kindern stimmten hierbei zu. Fast jede zweite Frau fühlt sich laut market durch die Kombination von Beruf und Familie überlastet. Auch für die Familie fehlt es, so market, den Österreicherinnen an Zeit. 41 Prozent der Befragten gaben an, zu wenig Zeit für Partner oder Kinder zu haben. Organisationsprobleme im Alltag – etwa das Abholen der Kinder sowie Einkaufen – sind für 32 Prozent der Mütter problematisch. Zu geringe Verwirklichungsmöglichkeiten im Beruf beklagen 30 Prozent der Frauen. Wenig Chancen nach einem Wiedereinstieg in den Beruf sehen 15 Prozent als Problem.

Was ist, wenn man plötzlich alleine ist?

Geht es um die finanzielle Absicherung fällt auf, dass die persönliche Absicherung am niedrigsten ausfällt – 21 Prozent der Befragten sehen sich diesbezüglich gut versorgt. 24 Prozent sehen ihrer Pension sehr gut abgesichert entgegen, 28 Prozent fühlen sich für den Fall, dass sie alleinstehend werden, sehr gut versorgt. Die gesamte Familie sehen 33 Prozent der Österreicherinnen sehr gut versorgt, aktuell bezeichnen sich 36 Prozent der Frauen als im Alltag sehr gut abgesichert. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Ergebnisse zwar nicht überraschen, jedoch aufrütteln. Gerade was die Doppelbelastung Familie und Beruf betrifft, trägt die Frau 2.0 nicht selten den Bärenanteil der Last. Spannend wäre, eine Studie mit denselben Fragen unter Österreichs Männern zu starten.

Bildnachweis: una.knipsolina / Quelle Photocase, Grafiken: market.at

 

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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