Kein Fortschritt ohne kurzen Rückblick – Die Arbeitswelt der Frau S.

von in Arbeitsleben am Mittwoch, 14. Januar 2015 um 11:15

Im neuen Jahr so richtig durchstarten? Gerne! Aber nicht, ohne das vergangene Arbeitsjahr noch ein letztes Mal Revue passieren zu lassen. Was war gut, was möchte man besser machen? Und wo will man 2015 überhaupt hin? Auch unsere Frau S. blickt noch einmal auf die vergangenen zwölf Monate zurück, bevor sie sich voller Elan auf 2015 stürzt.

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Der Jahresrückblick!

Das neue Jahr ist rund zwei Wochen alt und bis vor kurzem jagte noch ein Jahresrückblick den nächsten. Während jene im Fernsehen mit der Zeit nur noch nervten, könnte ein kleiner persönlicher Rückblick durchaus sinnvoll sein. Also begeben wir uns doch noch einmal zurück in das Arbeitsjahr 2014!

Jahresende: Ab auf die Freudsche Couch!

Klassische Fragen wie: „Was habe ich in diesem Jahr erreicht?“, „Welche vorgenommenen Ziele sind von mir erfüllt worden?“ oder „Was möchte ich nächstes Jahr anders machen bzw. was hat sich bewährt?“ können wir hier einfach einmal auslassen. Oberflächliche Gedanken dazu, hat man sich bestimmt schon in dem einen oder anderen Jahres-Mitarbeitergespräch gemacht. Begeben wir uns doch lieber eine Etage tiefer und kratzen zum Jahresabschluss noch einmal ordentlich an unserer psychischen Arbeitsverfassung 2014.

Das war mein Arbeitsjahr 2014 …

Und jetzt mal ganz ehrlich: Welchen Stempel würde man selbst unter das letzte Arbeitsjahr setzen? Den Stempel Marke: Mühsam, ärgerlich, ganz okay oder doch auch sehr motivierend und unbeschreiblich großartig? Natürlich, ein Arbeitsjahr ist eine lange Zeit und löst in einem nicht eindeutige Gefühle aus. Es ist vielmehr ein Mix. Aber letztendlich zeichnet sich doch meistens eine Tendenz ab.

Schlechtes Jahr, schlechter Job?

Es geht hier auch gar nicht darum, alles gleich hin zu schmeißen, wenn das Jahr nicht so rosig war, vielmehr geht es darum, ehrlich zu sich selbst zu sein und die Themen zu finden, die an einem genagt haben, um diesen auf den Grund zu gehen und diese dann bei Bedarf aufzuarbeiten. Drei davon habe ich vorab schon mal ausgewählt:

  1. Chef, wo bleibt mein Lob?!
    Wenn man das Gefühl hat, der Chef ist mit einem nicht zufrieden, sollte man sich fragen: Was löst das wirklich bei mir aus? Schamgefühl, Angst, Ärger und Wut weil das erwünschte Lob ausgeblieben ist? Wie wäre es zur Abwechslung mal sich selbst zu loben und jetzt meine ich nicht so ein Trotzloben, sondern die wahrhaftige Erkenntnis, dass man nicht vom Lob des Vorgesetzten abhängig ist. Dennoch liebe Vorgesetzte: Lob hat noch niemandem geschadet und wenn nur bekrittelt wird, setzt man damit eine Spirale in Gang, die immer mehr abwärts führt und den Arbeitnehmer noch mehr verunsichert. Fehler können sich noch mehr häufen oder noch schlimmer, eigentlich gute Arbeit verliert plötzlich an Qualität.
  2. Arbeitskollege, du nervst!
    Arbeitskollegen können ein Fluch oder ein Segen sein – kommt immer auf den Kollegen an. Wenn mich einer aber permanent nervt, könnte man doch einfach mal bei sich selbst nachfragen, was genau nervt mich so dermaßen an ihm oder ihr und vor allen Dingen: Warum? Habe ich vielleicht selbst ein kleines Reinlichkeitsproblem, sowohl in dem einen als auch anderem Extrem. Oder: Trifft mich mein Kollege mit seinen Sprüchen vielleicht deshalb, weil irgendwo ein Fünkchen Wahrheit darin steckt? Es gibt hierzu einen schlauen Satz, der durchaus seine Richtigkeit hat: Alles, was mich trifft, betrifft mich auch. Ich sage ja nicht, dass man die Schuld nur bei sich suchen sollte, aber für alle die etwas mehr über sich selbst erfahren möchten, sind solche Situationen von unsagbarem Wert. Wie auch immer, bei sich selbst bleiben ist meistens die beste Lösung und je öfter man dies macht umso weniger nervt das Verhalten anderer einen.
  3. Veränderungen – ohne mich!
    Das Leben ist ja bekanntlich Veränderung und auch im Job ist man davor nicht gefeit. Zum Glück, meinen die einen, ja leider, die anderen. Also, wie geht man mit neuen Situationen um? Flexibilität ist zwar nicht jedermanns Sache, aber bestimmt nicht verkehrt, sich ein Stück weit anzueignen. Für alle, die sich permanent weigern oder denen es sehr schwer fällt sich auf neue Situationen einzulassen, hier ein kleiner Tipp: Da wo die Angst ist, dort muss man hin. Meistens entpuppen sich vermeintlich angstvolle Situationen im Nachhinein als harmlos oder man kann auch gestärkt aus dieser Situation herausgehen. Was auch immer dabei rauskommt, je mehr ich an bewältigten Erfahrungen sammle, umso einfacher kann ich mich neuen Situationen stellen bzw. spießt es nicht mehr so in einem selbst.

Wie immer gibt es noch viele weitere Themen, die einen im letzten Jahr beschäftigt haben und nicht für alle können wir einfach und schnell eine Lösung finden. Aber einmal aus etwas Distanz draufblicken und sie wahrzunehmen, ist schon mal ein ein Ansatz.

Ich wünsche allen karriere.at-Leserinnen und Lesern einen guten Start ins neue Jahr und ein tolles neues Arbeitsjahr 2015!

Bis zum nächsten Mal, eure Frau S.

Über die Autorin

Man könnte mich als Globetrotterin der Arbeitswelt bezeichnen. Die verschiedensten Wege bin ich bereits gegangen und unterschiedlichste Jobs sowie Job-Positionen haben meine berufliche Reise geprägt. Manch einer wird sich deswegen bestimmt in der einen oder anderen Geschichte wiederfinden. Wenn nicht, dann vielleicht zumindest den einen oder anderen Tipp und Trick für seinen Weg mitnehmen können. Die Welt der Arbeit mal von verschiedenen Seiten beleuchtet. Mittendrin und voll dabei lautet bei mir das Motto (auch in meinem Blog: santown’s blog). Viel Spaß beim Eintauchen in die Arbeitswelt der Frau S.!

Fotonachweis: Nonwarit / Shutterstock

Redaktion

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