Chef oder Chefin? Laut Studie ist das egal

von in Arbeitsleben am Montag, 19. November 2012 um 11:23

Sind weibliche Chefs gefühlvoller als männliche? Entscheiden Frauen intuitiver und können sich Männer dafür besser durchsetzen? Diese und weitere Fragen stellte der Assessment-Spezialist Metaberatung 1000 deutschen Arbeitnehmern. Die nun präsentierten Ergebnisse lassen aufhorchen. Nur so viel vorweg: Die alten Geschlechterklischees scheinen ausgedient zu haben, die Führungsstile von Frauen und Männern gleichen sich immer mehr an.

62 Prozent sagen: Frauen sind nicht einfühlsamer

Nun zu den Ergebnissen im Detail: 62 Prozent der Befragten stimmten der Aussage, das weibliche Vorgesetzte einfühlsamer als ihre männlichen Kollegen sind, nicht zu. Dass Frauen die bessere Menschenkenntnis haben, stimmt nur für 42 Prozent der Befragten. Wie die weiteren Aussagen zeigen, scheint es für die Arbeitnehmer in vielen Punkten gänzlich gleich zu sein, ob sie eine Frau oder einen Mann als Chef haben.

„Die Geschlechter ticken ähmlich“

Rainer Neubauer, Metaberatung

Rainer Neubauer, Metaberatung

Unentschieden steht es etwa bei der Frage, ob Frauen intuitiver enscheiden als Männer. Dass Männer als Chefs impulsiver sind, empfinden 53 Prozent der Arbeitnehmer als Unsinn.“Die Führungsstile von Frauen und Männern gleichen sich immer mehr an“, sagt dazu Rainer Neubauer, Geschäftsführer von Metaberatung. „Die Geschlechter ticken ähnlich, wenn Sie auf der Karriereleiter erfolgreich nach oben gestiegen sind. Das zeigen auch weltweite wissenschaftliche Untersuchungen.“

Die individuellen Persönlichkeitsmerkmale entscheiden

Interessant ist jedoch: Trotz der großen Ähnlichkeiten zwischen männlichen und weiblichen Führungskräften sind rund zwei Drittel der von Metaberatung befragten Arbeitnehmer der Überzeugung, dass mehr Frauen in Führungspositionen den Unternehmen guttun würden. Ausdrücklich den Wunsch nach einer Chefin hegen jedoch nur 37 Prozent. „Die Diskussion, welches Geschlecht an der Spitze Erfolg hat, ist jedoch nicht zielführend“, erklärt Neubauer weiter. „Entscheidend sind die individuellen Personlichkeitsmerkmale. Sie gilt es mit Hilfe wissenschaftlich basierter Analysen zu erfassen. Insbesondere mittelständische Unternehmen haben hier oft noch Nachholbedarf“, erklärt der Experte. Denn dort würden die Chefpositionen noch zu oft aus dem Bauch heraus besetzt werden.

Ist wirklich alles (fast) gleich?

Als kleines aber wichtiges Detail am Rande der Studie sei noch ein Umfrageergebnis erwähnt: Rund zwei Drittel der Arbeitnehmer haben die Erfahrung gemacht, dass weibliche Vorgesetzte mehr leisten müssen, als ihre männlichen Kollegen.

Bildnachweis: der_milchm4nn / Quelle Photocase, Metaberatung, Grafik: Metaberatung

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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