Damit muss man rechnen: 10 häufige Fragen im Vorstellungsgespräch

von in Bewerbung am Montag, 10. August 2015 um 10:35

Bewerber wissen: Es gibt Fragen, die in so gut wie jedem Vorstellungsgespräch auftauchen. Glassdoor hat Bewertungen von Jobinterviews analysiert und die Dauerbrenner der Bewerbungsgespräche herausgefunden. Diese zehn Fragen werden am häufigsten gestellt – als Bewerber kann man mit einer oder mehreren dieser Fragestellungen also ziemlich sicher rechnen und sich darauf vorbereiten.

1. Was sind Ihre Stärken?

Als Bewerber meistert man hier eine Gratwanderung zwischen Selbstbewusstsein und Überheblichkeit. Drei bis fünf positive Eigenschaften zu nennen genügt, dabei aber auf leere Worthülsen und Dinge, die selbstverständlich sind, verzichten: Höflichkeit oder Pünktlichkeit – das versteht sich ohnehin von selbst. Pluspunkte sammeln jene Bewerber, die eine Eigenschaft mit einem Beispiel aus ihrer beruflichen Laufbahn belegen können.

2. Was sind Ihre Schwächen?

Keine Schwächen? Falsche Antwort. Jeder Mensch hat seine Schwachpunkte, Recruiter möchten hier eine ehrliche Antwort hören. Klar, dass man im Bewerbungsgespräch nicht seine allergrößten Mankos oder eine ganze Liste an Schwachpunkten nennt. Die Kunst liegt darin, Schwächen ehrlich zu nennen, dabei aber gleichzeitig eine Lösung anzubieten: Manchmal arbeite ich nur unter Stress richtig gut und produktiv. Allerdings arbeite ich auch an meinem Zeitmanagement weil ich weiß, dass das Aufheben von Aufgaben nicht immer ideal ist.

3. Warum möchten Sie für uns arbeiten?

Kaum ein Vorstellungsgespräch kommt ohne diese Frage aus. Der Interviewer fragt damit ab, wie sehr man sich über den Arbeitgeber und den ausgeschriebenen Job informiert hat. Man muss dafür nicht den Geschäftsbericht auswendig lernen, ein paar Kennzahlen sollte man aber intus haben. Auch die angebotenen Produkte und Dienstleistungen sollte man kennen. Verfügt der Arbeitgeber über eine ausführliche Website, umso besser: Unbedingt auch einen Blick auf die Teamseite werfen. Bei mittelständischen Unternehmen und großen Konzernen lohnt sich auch die Suche nach Presseberichten.

4. Wo sehen Sie sich in fünf oder zehn Jahren?

Wer weiß schon, was die Zukunft bringt. Das weiß auch der Personaler – und stellt die Frage trotzdem: Um herauszufinden, ob der Bewerber den Job nur als kurzes Zwischenspiel oder längerfristige Karriereperspektive betrachtet. Man darf natürlich andeuten, dass man sich fachlich gerne weiterentwickeln möchte – dann aber am besten beim selben Arbeitgeber.

5. Warum möchten Sie Ihren derzeitigen Arbeitgeber verlassen?

Hier ist Diplomatie gefragt. Über den letzten bzw. derzeitigen Chef oder die Kollegen zu schimpfen, ist natürlich absolut tabu.  Bei der Antwort konzentriert man sich am besten nicht auf das, was im alten Job schlecht war, sondern auf Dinge, die der neue Job zu bieten hat. Das können Weiterbildungschancen, Benefits oder Karriereperspektiven sein, die der letzten Arbeitgeber nicht bieten konnte.

6. Wie erklären Sie die Lücke in Ihrem Lebenslauf?

Nicht jeder Bewerber kann einen lückenlosen Lebenslauf präsentieren, in dem sich ein Job nahtlos an den nächsten reiht. Den HR-Verantwortlichen interessiert natürlich, was man zwischen zwei Beschäftigungsverhältnissen gemacht hat: Als Freelancer versucht, eine lange Reise unternommen oder die Zeit der Arbeitssuche für Fortbildungen genutzt?

7. Was können Sie uns bieten, das andere Bewerber nicht können?

Hier geht es darum, sich gegenüber dem Personaler gut zu verkaufen. Gelingt natürlich nur, wenn man sich darüber bereits vor dem Jobinterview ausreichend Gedanken gemacht hat. Vielleicht hat man bereits einmal für die Konkurrenz gearbeitet, Erfahrung im Ausland gesammelt, kennt ausländische Märkte oder hat sich als Freelancer versucht: Resultate und alles, was man bisher erreicht hat, stehen hier im Vordergrund.

8. Wenn es nach Ihrem früheren Chef ginge: An welchen drei Dingen sollten Sie arbeiten?

Hier schließt sich der Kreis zur Frage nach den Schwächen. Außerdem geht es darum, die Sichtweise einer anderen Person einzunehmen. Zu dieser Frage kann man sich Feedback früherer Führungskräfte in Erinnerung rufen. Vielleicht waren sie mit der Arbeit an Projekten immer sehr zufrieden, am Zeitmanagement hätte man aber arbeiten können?

9. Wären Sie bereit, für den Job umzuziehen?

Nachdem aus einem Stelleninserat der Dienstort fast immer hervorgeht, ist man sich als Bewerber über die Notwendigkeit eines Umzugs bereits im Klaren. Wer sich auf eine Chiffreeanzeigen ohne genaue Ortsangabe bewirbt, erfährt aber vielleicht erst beim Bewerbungsgespräch vom konkreten Einsatzort.

10. Kommen dienstliche Reisen in Frage?

Wenn Dienstreisen (oft) erforderlich sind und das ausschreibende Unternehmen seine Hausaufgaben gemacht hat, sollte das bereits aus dem Stelleninserat hervorgehen. Es schadet trotzdem nicht, sich vor dem Jobinterview auf diese Frage vorzubereiten – und Gegenfragen zu stellen: Wohin soll die Reise denn gehen und wie oft wäre man unterwegs?

Bildnachweis: Maridav / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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