Foxconn – Die Fortsetzung

von in Arbeitsrecht am Mittwoch, 26. Mai 2010 um 21:07

Wie gestern berichtet will der Elektronikzulieferer Foxconn jetzt endlich sein „Suizid-Problem“ lösen. Den 2.000 Psychologen bzw. den Mönchen traut man das aber nicht zu, deshalb hat Foxconn heute einen Brief mit zweifelhaftem Inhalt an seine Angestellten gesendet.

Wenn es nicht so ernst wäre würde ich mich vor Lachen auf dem Boden wälzen, die lassen die Mitarbeiter doch tatsächlich eine Selbstmord-Verzichtserklärung unterzeichnen. Laut standard.at hat der Brief folgenden Inhalt: „Ich verspreche, mich oder andere niemals in einer extremen Form zu verletzen.“ (man beachte die „extreme Form“ … bisschen wär also noch ok). Außerdem darf die Firma die Arbeiter zwangseinweisen wenn sie sich in einer „anormalen geistigen oder körperlichen Verfassung“ befinden.

Ich hätte da übrigens noch einige nette Ideen für Betriebsvereinbarungen. Wie wär’s mit einer, die sämtliche Nachkommen der Firma übereignet, oder man könnte die buddhistischen Angestellten dazu verpflichten im nächsten Leben wieder für Foxconn zu arbeiten.

Der Richtigkeit halber noch ein Update zu den Zahlen vom ersten Artikel. Laut standard.at waren es neun Selbstmord-Opfer in diesem Jahr (nicht acht) und die Mitarbeiterin die sie befragt haben verdient 240 EUR pro Monat (statt 105 EUR die im Handelsblatt stehen).

Wie lange wirds noch dauern das die 800.000 Foxconn-Angestellten auf die Barrikaden steigen und damit den iPad-Preis in schwindelerregende Höhen treiben?

Michael Feichtinger

Durch die Nutzung unserer Angebote erklärst du dich mit dem Setzen von Cookies einverstanden. Mehr erfahren