Fluktuation & Co. – Unternehmen leiden unter Fachkräftemangel

von in Arbeitsmarkt, HR am Donnerstag, 7. Juli 2011 um 14:45

„Haben Sie Probleme, gute Mitarbeiter zu halten?“, fragten wir in unserer jüngsten Online-Umfrage unter 270 Unternehmensvertretern und Personalverantwortlichen. Die Ergebnisse sind alarmierend, denn fast drei von zehn Befragten (29 Prozent) geben an, die Auswirkungen des Fachkräftemangels zu spüren. Ebenso viele kämpfen aktuell mit den Abwerbeversuchen eigener Mitarbeiter durch andere Betriebe. Ergebnis: Mehr als die Hälfte der Befragten (58 Prozent) ist sich bewusst, dass ihre Bewerber durch den Fachkräftemangel ein begehrtes Gut am Arbeitsmarkt sind. Nur 5 Prozent der Befragten betrifft die Fluktuation, laut eigenen Angaben, überhaupt nicht.

Mitarbeiterbindung – Eine Investition in die Zukunft?

38 Prozent der Online-Umfrage-Teilnehmer sehen sich trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs nicht vom Fachkräftemangel betroffen, da sie in Mitarbeiterbindung investieren.
„Der Mangel an qualifiziertem Personal zeigt nun vielen Unternehmen auf, dass sie wieder größere Anstrengungen unternehmen müssen, um ihre Schlüsselkräfte zu halten“, kommentiert Jürgen Smid, Geschäftsführer von karriere.at die Ergebnisse der Online-Umfrage.

Dabei gehört zur Mitarbeiterbindung viel mehr als nur ein hohes Gehalt, betont Smid. „Am Aufbau und der Pflege einer guten Arbeitgebermarke wird mittelfristig kein Unternehmen vorbeikommen. Entscheidend ist letztlich, ob ein Arbeitnehmer gern für ein Unternehmen arbeitet und sich mit dessen Zielen identifiziert.“

Spieglein, Spieglein an der Wand, wie behalte ich Mitarbeiter in meinem Land?

Nicht allein das Gehalt ist es, das Österreichs Arbeitnehmer an ihr Unternehmen bindet, sondern viel mehr nette Kollegen und ein gutes Arbeitsklima. Wie bereits einmal berichtet, rangieren die Faktoren „nette Kollegen“ , „sicherer Arbeitsplatz“, „Weiterbildungsmöglichkeiten“, „Kontakt zu anderen Menschen“ und „Work-Life-Balance“ noch vor den Gehaltserwartungen österreichischer Arbeitnehmer.

 

Ein abgeworbener Mitarbeiter bedeute nicht nur Verlust von firmenspezifischem Wissen, sondern auch ein Mehraufwand diese Stelle wieder kompetent nachzubesetzen, weiß Smid. Fakt ist, dass die abgeworbenen Mitarbeiter meist einer stark nachgefragten Berufgruppe angehören. Diese Stellen bleiben dadurch auch auf längere Zeit unbesetzt, was unter anderem auch negative Auswirkungen auf den Umsatz und den Unternehmenserfolg haben kann.

 

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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