Zuckerl zum Gehalt: Benefits sind noch nicht flexibel genug

von in Arbeitsleben, HR am Mittwoch, 26. November 2014 um 11:37

Ein Zusatzangebot für alle Arbeitnehmer? Nicht jeder Mitarbeiter nützt den Yogakurs, bedient sich beim kostenlosen Lunch oder möchte einen Dienstwagen. Flexibilisierung ist deshalb auch bei Benefits und Zusatzleistungen gefragt. Laut Kienbaum-Studie haben österreichische Arbeitgeber hier noch Nachholbedarf. Nur 16 Prozent lassen Arbeitnehmern die Wahl zwischen verschiedenen Benefits.

Benefits: Je flexibler, desto attraktiver

Wer sich als attraktiver Arbeitgeber positionieren möchte, kommt um Fringe Benefits kaum noch herum. Ein attraktives Angebot an zusätzlichen Leistungen macht Arbeitgeber attraktiv und trägt zur Mitarbeitermotivation bei. Das geschnürte Paket an Zusatzleistungen gilt aber meistens für alle Arbeitnehmer eines Unternehmens: Kaffee, Fitnesscenter und Mittagessen für alle! An ein flexibles Angebot von Zusatzleistungen trauen sich laut aktueller Kienbaum-Trendstudie nur wenige Arbeitgeber heran. In Österreich bieten nur 16 Prozent der 162 befragten Unternehmen ihren Arbeitnehmern die Möglichkeit, aus einem Katalog von Zusatzleistungen selbst auszuwählen. Betriebliche Benefits werden als Zuckerl zum Gehalt jedoch geschätzt –  je flexibler, desto besser.

Arbeitnehmer gestalten das Angebot mit

LupeWelche Leistungen sollen wir anbieten? Diese Frage stellen immerhin 45 Prozent der Arbeitgeber ihren Mitarbeitern und beziehen sie so in die Gestaltung der Palette an Benefits mit ein. Ob das Angebot auch später noch den Wünschen und Bedürfnissen der Arbeitnehmer entspricht, wird danach aber selten erfragt. Nur 19 Prozent der Arbeitgeber evaluieren ihr Angebot an Zusatzleistungen regelmäßig. „Dabei wäre es sinnvoll und notwendig, die Wahrnehmungen der Mitarbeiter bezüglich der Attraktivität von Zusatzleistungen stärker zu berücksichtigen und gegebenenfalls mehr oder andere Wahlmöglichkeiten zu bieten. Dies kann zum Beispiel in Form von Flexible-Benefits-Programmen umgesetzt werden, die den Mitarbeitern die Möglichkeit eröffnen, aus einem Katalog von Zusatzleistungen oder durch Gehaltsumwandlung ihren Bedürfnissen entsprechende Leistungen auszuwählen“, sagt Alfred Berger von Kienbaum.

Weiterbildung und Dienstwagen stehen hoch im Kurs

Was Fort- und Weiterbildungen betrifft, sind Österreichs Arbeitgeber großzügig: Kurse und Seminare werden den Mitarbeitern am häufigsten angeboten. 90 Prozent der Spezialisten und Fachkräfte sowie 83 Prozent der Geschäftsführer erhalten diese Zusatzleistung. An zweiter Stelle folgt der Firmenwagen. 29 Prozent der Fachkräfte, 41 Prozent der Führungskräfte und 86 Prozent der Geschäftsführer dürfen sich über dieses Incentive freuen. Dabei gilt: Je höher man auf der Hierarchieleiter nach oben klettert, desto eher erhält man einen Firmenwagen. Die betriebliche Altersvorsorge hat in Österreich noch kaum Fuß gefasst: Nur rund ein Drittel der Fach- und Führungskräfte und etwa die Hälfte der Geschäftsführer profitieren von einer Altersvorsorge durch den Arbeitgeber.

Bildnachweis: max sattana / Shutterstock; Piotr Marcinski / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

Durch die Nutzung unserer Angebote erklärst du dich mit dem Setzen von Cookies einverstanden. Mehr erfahren