Hej Baby! Mein Plädoyer für Firmenbesuche während der Karenzzeit

von in Arbeitsleben am Freitag, 8. Juli 2016 um 10:07

Dass es wichtig ist, auch während der Karenz den Kontakt zur Firma zu halten, ist bekannt. In der Theorie. Und zugegeben, es sind meist die Arbeitgeber, von denen man ein Handeln erwartet. Etwa die Einladung zu Firmenfeiern etc. Je nachdem, wie gut das Verhältnis vor der Babypause war, sind es aber vor allem die Kollegen, die einen mit privaten Geburtstags-Nachrichten und Updates aus der Firma erfreuen. Es geht aber auch darum, dass Frau (bzw. Karenzpapa) selbst etwas tut, damit die Bande nicht reißen und sich beide Seiten auf den Wiedereinstieg freuen. Hier mein persönliches Plädoyer für mehr Firmenbesuche während der Karenzzeit:

Neulich habe ich die eine jüngere Hälfte meiner kleinen Chaostruppe, den mittlerweile fünf Monate alten Babymann, eingepackt und meinen Kollegen einen Besuch abgestattet. Klingt ganz einfach, wenn man entweder eine sehr coole Mama ist (was ich auch beim zweiten Kind nicht bin), man das bravste Kind hat, das nur schläft (wieder nein) oder man vielleicht noch keine Kinder hat. In der Realität ist so ein Ausflug mit Knirps jedes Mal ein Glücksspiel und spielt das Baby mit, überwiegt eindeutig das Vergnügen. Falls nicht, lieber schnell wieder abhauen (kann man ja, wenn man in Karenz ist) und es ein anderes mal erneut versuchen.
So weit also zu den, sagen wir einmal, Rahmenbedingungen.

Sechs gute Gründe für Kollegenbesuch mit kleinem Anhang

Ein Firmenbesuch mit Baby kann im Idealfall aber so viel mehr als einfach nur gut gehen:

  • Er macht zum Beispiel Freude: wer gerne mit seinen Kollegen scherzt (er ist einfach einmalig, dieser besondere Schmäh unter Kollegen), der weiß, was ich meine.
  • Dann ist so ein Besuch wichtig, um sich neue Gesichter in der Firma anzusehen und sich selbst auch wieder in Erinnerung zu rufen – schließlich ist man für manche Kollegen bald selbst der oder die Neue.
  • Er verbindet: gerade in Teams, die sich gut verstehen, wird oft mehr geteilt als nur der Firmendrucker. Man nimmt auch Anteil am Leben der anderen – die Kinder mit inbegriffen. Denn die gehören nun auch zum Team. Das spürt man und das ist schön.
  • Er informiert: je nach Dauer und Intensität der Gespräche (ich rufe in Erinnerung: Glücksspiel) kann so ein Firmenbesuch auch sehr informativ sein. Es ist meist besser, Dinge, die man vielleicht erzählt bekommen hat, auch selbst zu sehen oder zu erfahren.
  • Er macht Lust auf mehr: wichtig und schön zugleich ist es, wenn man das Office nicht nur mit einem Lächeln wieder verlässt, sondern sich auf den nächsten Besuch und schließlich auch den Wiedereinstieg freuen kann. Denn es erleichtert sehr viel, einen Job zu haben (Punkt eins), zu dem man gerne zurückkehrt (Punkt zwei).
  • Wer flexible Kollegen oder Chefs hat, der verlegt dann auch schon mal das erste Gespräch über den Wiedereinstieg kurzerhand nach draußen zu einem Spaziergang – das nun schlafende Baby in der Trage mit dabei.

Ein Tipp noch am Rande: man sollte unbedingt die wichtigste Regel beim Kollegenbesuch mit Baby oder Kleinkind einhalten: dann gehen, wenn noch alles im grünen Bereich ist, damit sich die anderen wirklich über einen erneuten Besuch freuen…. Und denken: Die hat aber ein braves Kind! ;)

Bildnachweis: Halfpoint/Shutterstock

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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