Der Sommer kann kommen: sieben Tipps zum Ferialjob

von in Arbeitsmarkt, Bewerbung, Jobsuche am Donnerstag, 12. April 2012 um 10:45

Die Suche nach dem Ferialjob für den heurigen Sommer ist bereits voll im Gange. Noch ist es nicht zu spät, sich um den Traumjob umzusehen. Da das Angebot an Ferialjobs in Österreich aber stets geringer ist als die Nachfrage, gilt es, sich von Mitbewerbern abzuheben. Zuerst sollte man sich jedoch überlegen, wo die eigenen Stärken liegen und in welchem Bereich man gerne arbeiten möchte. Geld oder Erfahrung ist zudem die große Frage – denn Gehaltsunterschiede gibt es auch bei Ferialjobs.

Die meisten Ferialjobs (40-45 Prozent) gibt es im Bereich Tourismus und Gastgewerbe, 20 Prozent im sozialen Bereich, technische Berufe sind mit aktuell zwölf Prozent stark im Kommen. „Dabei suchen die Firmen meist hochqualifizierte Jugendliche, die etwa von HTLs kommen“, berichtet Christian Mülleder, Leiter vom Jugendservice Linz. Stabil bleibt hingegen das Angebot in den Bereichen Büro und Verkauf mit 5-10 Prozent.

Ungleich verteilte Chancen

Dass es nicht für jeden gleich einfach oder schwer ist, den Traum-Ferienjob zu bekommen, hängt von mehreren Faktoren ab. So haben jüngere Bewerber (Voraussetzung für die Ausübung eines Ferialjobs ist die erfüllte Schulpflicht und das vollendete 15. Lebensjahr) zum einen aufgrund ihres Alters und der damit verbundenen rechtlichen Einschränkungen, zum anderen aufgrund mangelnder Erfahrung meist die schlechtesten Karten. „Gerade im Bereich Tourismus und Gastgewerbe, aus dem fast die Hälfte aller Ferialjobs kommt, werden gerne ältere Jugendliche angestellt. Der Grund liegt in den Arbeitszeit-Regelungen für Ferialarbeitnehmer unter 18 Jahren“, so Mülleder.

Faktor Mobilität

Ein weiterer nicht unwesentlicher Faktor ist jener der Mobilität bzw. der Einschränkungen, die sich für manche Jugendliche ergeben. Gerade in ländlichen Regionen, in denen der öffentliche Verkehr nicht optimal ausgebaut ist, kann mangelnde Mobilität zum K.o.-Kriterium für einen Job in den Ferien werden. Je nach Tätigkeit und Unternehmen kann jedoch versucht werden, eine individuelle Lösung, die mit Zug- und Buszeiten vereinbar ist, zu finden.

Die perfekte Bewerbung

Beim Stammwirtshaus der Familie, dessen Besitzer einen seit Kindergartenalter kennen, reicht ein mündliches „ich würde gerne bei euch mitmachen“ meist aus. Im Regelfall ist jedoch ein schriftliches Bewerbungsschreiben nötig. Lebenslauf und Bewerbungsfoto gehören ebenso dazu. Es ist (fast) immer hilfreich, das Bewerbungsschreiben von anderen durchlesen zu lassen bzw. um eine kritische Meinung zu fragen. Dass die Unterlagen fehlerfrei, ordentlich und vollständig sind ist ebenso wichtig wie das – zu Firma und angestrebter Stelle passende – Auftreten beim Vorstellungsgespräch.

Money, Money, Money

Ein wichtiger – wenn nicht der wichtigste – Punkt ist das Gehalt. Ob zum Aufbessern der Urlaubskasse oder als Finanzspritze für einen fahrbahren Untersatz – das erste selbst verdiente Geld vergisst man nie. Durchschnittlich liegt das Gehalt eines Ferial-Jobbers zwischen 600 und 800 Euro. „Ein Reinigungsjob liegt bei etwa 650 Euro, für eine Bürotätigkeit gibt es bis zu 800 Euro. Je nach Tätigkeit, Vorkenntnissen und manchmal auch Alter ergeben sich Gehaltsunterschiede“, so Mülleder. Übrigens: Die abgezogene Lohnsteuer beekommen Ferialarbeiter in der Regel zum Teil oder sogar zur Gänze zurück.

Zehn Prozent mehr Ferialjobs als im Vorjahr

Auch wenn die Ferialjob-Nachfrage in Österreich stets größer ist als das Angebot, gibt es heuer dennoch eine gute Nachricht. Nach einem Ferialjob-Einbruch mit Tiefstand im Jahr 2009 geht es seither wieder stetig bergauf, erklärt Mülleder. Die Ferialjobbörse des Jugendservice etwa verzeichnet heuer zehn Prozent mehr Stellenausschreibungen als im Vorjahr. Österreichweit greifen jährlich rund 140.000 Jugendliche auf die Online-Ferienjobbörsen der Jugendinfos zu. In den Bundesländern Oberösterreich, Steiermark, Tirol und Vorarlberg gibt es eigene Jobbörsen, Salzburg bietet einen Ferialjob-Newsletter. Rund 6000 Jobs werden, berichtet Alexandra Cangelosi von den Österreichischen Jugendinfos, so jährlich in Kooperation mit dem AMS und der Wirtschaftskammer vergeben. Auch auf den Seiten der Hochschülerschaft sowie auf diversen schwarzen Brettern findet man spannende Jobangebote. Und natürlich gibts auch jede Menge Ferialjobs auf karriere.at.

 

Fotonachweis: Colourbox

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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