Ferialjob & Praktikum: Wissenswertes zum Arbeitsrecht

von in Arbeitsrecht am Montag, 20. Juni 2016 um 10:43

Sommerzeit ist Ferialjobzeit! Für viele Schüler und Studenten ist der Sommer auch die Zeit, um ein Pflichtpraktikum zu absolvieren. Ferialjob, Ferialpraktikum – worin liegt der Unterschied und worauf ist zu achten? Mit diesen Tipps kommt ihr durch einen erfolgreichen Arbeitssommer.

Job ist nicht gleich Praktikum

Auch wenn sich der Begriff Ferialpraktikant für sommerliche Hilfskräfte umgangssprachlich eingebürgert hat: Es gibt einen Unterschied zwischen Ferialarbeitern und Ferialpraktikanten. Ein Ferialjob ist dazu da, um in den Sommermonaten Geld zu verdienen. Im Rahmen eines Ferialpraktikums geht es darum, Berufserfahrung zu sammeln und sich in einem konkreten Job weiterzubilden. Das Praktikum wird meist verpflichtend im Lehr- oder Studienplan vorgeschrieben und muss von Schülern oder Studierenden absolviert werden. Bei einem Ferialjob bzw. einer Ferialarbeit handelt es sich um ein richtiges Arbeitsverhältnis mit allen Rechten und Pflichten, für Praktika gelten selten fixe Regeln, wie die Bindung an eine fixe Arbeitszeit. Der Unterschied zwischen Job und Praktikum schlägt sich allerdings auch beim Gehalt nieder.

Wie viel verdienen Ferialjobber und Praktikanten?

Ferialarbeitern steht für ihre Tätigkeit Gehalt nach Kollektivvertrag zu. Wenn es keinen KV für die Branche gibt, muss nach ortsüblichem Entgelt entlohnt werden – 700 bis 1000 Euro brutto pro Monat sollten also schon drin sein. Ob ihr auch anteiliges Weihnachts- oder Urlaubsgeld erhaltet, hängt vom geltenden Kollektivvertrag ab. Bei Praktikanten sieht die Sache etwas anders aus: gilt das Praktikum als Ausbildungs- und nicht als Arbeitsverhältnis, fällt auch die Entlohnung geringer aus. Oftmals erhalten Praktikanten nur ein Taschengeld, haben dafür aber auch weniger Pflichten als jene, die einer Ferialjarbeit nachgehen. Die Bindung an Arbeitszeiten entfällt, im Mittelpunkt des Praktikums steht auch nicht die Arbeitsleistung, sondern das, was gelernt wird. Ausnahme: Wer ein Pflichtpraktikum im Hotel- oder Gastgewerbe absolviert, befindet sich immer in einem vollen Arbeitsverhältnis.

Im Sommerjob versichert?

Arbeitgeber müssen Ferialarbeiter bereits vor ihrem ersten Arbeitstag bei der Gebietskrankenkasse anmelden. Sie sind somit voll versichert und erwerben im Rahmen ihrer Sommerjobs auch erste Ansprüche auf die Pension. Praktikanten, die für ihre Tätigkeit keine Bezüge erhalten, sind nur unfallversichert. Alle Infos zu den Versicherungen gibt es hier. Tipp: Die Kopie der Anmeldung bei der Gebietskrankenkasse gleich zu Dienstbeginn vom Arbeitgeber einfordern, falls er sie noch nicht zur Verfügung gestellt hat.

Auch Ferialjobber haben Urlaub

Was nicht alle Sommerjobber wissen: Auch während des Ferienjobs entsteht Urlaubsanspruch – anteilig, je nach geleisteter Dienstzeit. Nach einem Monat Vollzeitjob sind das rund 2,5 Tage Freizeit. Wird der Urlaub nicht konsumiert, muss er am Ende des Ferialjobs vom Arbeitgeber ausbezahlt werden.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Auch wenn es im Unternehmen eine Zeiterfassung gibt, solltet ihr eigene Aufzeichnungen über die Arbeitszeit, Pausen und erledigte Tätigkeiten führen. Eine kostenlose Vorlage dafür gibt es bei der Arbeiterkammer. Die Gehaltszettel nach Erhalt sofort kontrollieren und bei Fragen den Arbeitgeber unverzüglich kontaktieren. Im Fall einer notwendigen Nachforderung könntet ihr sonst wichtige Fristen übersehen.

Bildnachweis: Rawpixel.com/Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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