Feierabend adé – Zwei Drittel arbeiten zuhause weiter

von in Arbeitsleben, HR am Freitag, 6. Mai 2011 um 10:46

Nach Feierabend entspannen und abschalten – können Sie das? Das würde heißen, die Arbeit bleibt in der Firma und zuhause machen Sie alles andere, nur keine beruflichen Mails checken, keine Präsentationen vorbereiten und schon gar nicht ein, zwei Stunden online weiterarbeiten. Können Sie doch nicht? Laut der jüngsten karriere.at-Umfrage gehören Sie damit zu den 71 Prozent der Arbeitnehmer, die nach Dienstschluss nicht vollständig abschalten können.

„Smartphone, Laptop, Internet: Schaffen Sie es abzuschalten?“, fragte karriere 529 Arbeitnehmer und 174 Arbeitgeber. Dabei gaben nur 29 Prozent der befragten Arbeitnehmer an, dass Sie am Ende eines Arbeitstages leicht abschalten können. Beinahe die Hälfte (46 Prozent) checkt zumindest gelegentlich berufliche Mails in der Freizeit, 18 Prozent gaben an, regelmäßig weiterzuarbeiten und 7 Prozent sehen gar keine Chance, die Arbeit einmal außen vor zu lassen.

14 Prozent der Unternehmer immer im Einsatz

Diese Tendenz ist bei den Arbeitgebern und leitenden Angestellten erwartungsgemäß noch stärker ausgeprägt. Mit 14 Prozent ist der Anteil derjeniger, die sich überhaupt nie aus dem Arbeitsprozess ausklinken können, doppelt so hoch, wie bei den Arbeitnehmern. Ein Drittel der Unternehmer arbeitet zuhause regelmäßig weiter. Vier von zehn checken zumindest ihre Mails auch in der Freizeit und lediglich 17 Prozent sind nach Dienstschluss ganz und gar Privatperson.

Jürgen Smid, Geschäftsführer von karriere.at warnt: „Natürlich ist es gerade in Zeiten spannender beruflicher Projekte verlockend, sich auch von zuhause aus noch via Handy oder Netbook einmal kurz einzuklinken. Zum Dauerzustand sollte dies jedoch niemand werden lassen. Der Anstieg von Burnout-Erkrankungen ist auch darauf zurückzuführen, dass Menschen ihre eigenen Bedürfnisse hinter die Anforderungen ihres Jobs zurückstellen.“ Heißt: Das Grundbedürfnis nach einer ausgeglichenen Work-Life-Balance sollten weder Arbeitnehmer noch Unternehmer aus den Augen verlieren.

Langfristig ist der gesundheitliche und auch wirtschaftliche Schaden durch überarbeitete Menschen mit Sicherheit größer, als der Gewinn durch die selbst verordnete 24-Stunden Bereitschaft. Mit steigender Arbeitsbelastung sinken Konzentrations- und Leistungsfähigkeit, was zu Fehlern im Arbeitsprozess führt. „Gerade im Fall von andauernder Arbeits-Überbelastung von Arbeitnehmern ist der Dienstnehmer gefordert, Verantwortung für sein Personal zu übernehmen und entsprechende Maßnahmen zu treffen“, so Smid.

Die Umfrage-Ergebnisse im Detail

Smartphone, Laptop, Internet: Schaffen Sie es abzuschalten?

Arbeitnehmer (529 Teilnehmer):

  • Ja, leicht. Nach Dienstschluss bin ich Privatperson: 29 Prozent
  • Meistens. Manchmal checke ich Mails aber auch daheim: 46 Prozent
  • Selten. Ich arbeite regelmäßig zuhause weiter: 18 Prozent
  • Nie. In meiner Position ist das unmöglich: 7 Prozent

Arbeitgeber (174 Teilnehmer):

  • Ja, leicht. Nach Dienstschluss bin ich Privatperson: 17 Prozent
  • Meistens. Manchmal checke ich Mails aber auch daheim: 38 Prozent
  • Selten. Ich arbeite regelmäßig zuhause weiter: 31 Prozent
  • Nie. In meiner Position ist das unmöglich: 14 Prozent
David Kitzmüller

David Kitzmüller ist Marketing-Teamleiter bei karriere.at. Zwischen Werbekampagnen und Performance-Analysen schreibt er in seinen Blogposts über Trends und neueste Entwicklungen in der Webwelt.

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