Lob wirkt besser als Aspirin – Fehlende Anerkennung macht krank

von in Arbeitsleben am Mittwoch, 17. August 2011 um 10:27

Neulich erzählte eine Freundin, dass sie ihr neuer Job krank macht. Und das im wortwörtlichen Sinne. Noch nie war sie so häufig krank wie jetzt. Dabei schien am Anfang alles toll zu laufen. Die neue Stelle war eine Steigerung zu ihrer alten Position und ihr Chef freute sich auf ihren Einstieg ins Unternehmen. Was also macht sie tatsächlich „krank“ an ihrem Job? Ihre Erklärung: „Mein Chef lobt mich nie!“

Tatsächlich haben Forscher des AOK-Instituts der Universität Bielefeld in Zusammenarbeit mit der Beuth Hochschule für Technik Berlin herausgefunden: Mitarbeiter, die selten gelobt werden sind häufiger krank! Die 28.000 befragten Arbeitnehmer und 147 Unternehmen bestätigen das Ergebnis der Studie. Arbeitgeber, die Mitarbeiter häufiger loben, haben weniger Krankmeldungen zu verzeichnen. Jeder zweite Befragte (54,5 Prozent) gab an, von seinem Chef selten oder nie gelobt zu werden. Dies zeigt sich auch im Zuwachs der Krankheitstage. 2010 dauerte ein Krankenstand im Durchschnitt 17,6 Tage.

Fehlende Anerkennung als Ursache für Burn-out?

Gerade die Gruppe der psychisch Erkrankten hat sich seit dem Jahr 1994 verdoppelt. Das Thema Burn-out fällt auch in diese Kategorie. Die meisten Krankheitstage waren 2010 in der Gruppe der Muskel- und Skeletterkrankungen (24,2 Prozent) zu verzeichnen. Verbreitet waren auch akute Verletzungen (12,9 Prozent), Atemwegserkrankungen (12 Prozent) und letztlich auch psychische Probleme (9,3 Prozent).

Es ist also in den meisten Fällen nicht die Arbeit an sich, die krank macht, sondern die fehlende Anerkennung. Auch besagte Freundin hat ihren Chef bei einem persönlichen Gespräch gefragt, ob dieser mit ihrer Arbeit zufrieden sei. Reaktion: Dieser war darüber vollkommen überrascht, dass sie glaube, ihre Arbeit werde nicht anerkannt. „Viele Chefs verhalten sich im Alltag leider nicht entsprechend“, sagt auch Helmut Schröder, Geschäftsführer des wissenschaftlichen Instituts der AOK. Viele Vorgesetzte „vergessen“ nicht mutwillig, ihre Mitarbeiter zu loben. Fakt ist, im stressigen Arbeitsalltag versäumt man es schnell an solche Kleinigkeiten zu denken.

Lob beruht auf Gegenseitigkeit

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Arbeit auch beim Chef ankommt, sprechen Sie ihn darauf an. In einem persönlichen Gespräch wird er Ihnen sicher sein Feedback geben. Auch konstruktive Kritik kann Ihnen dabei helfen, sich weiterzuentwickeln. Auf jeden Fall wird Ihr Vorgesetzter Ihre Initiative schätzen und sich beim nächsten Mal eher daran erinnern, Sie bei Gelegenheit öfter zu loben.

Redaktion

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