Facebook im Job – Schaden kostet Firmen Unsummen

von in HR, Social am Freitag, 27. Mai 2011 um 12:47

Facebook?! – Nix da! Firmenchefs, die ihren Angestellten rigoros die Nutzung von Social Networks verbieten, werden sich bestätigt fühlen: Laut einer jüngst veröffentlichten US-Studie vergeudet jeder facebookende Arbeitnehmer pro Jahr Arbeitsstunden im Wert von mehr als 10.000 Euro. Vielen fällt es sogar schwer, länger als 15 Minuten konzentriert ihrem Job nachzugehen, ohne sich wieder ins Social Web einzuloggen.

Facebook-Sucht im Büro – ein schwieriges Thema. Einerseits lässt es sich in Zeiten von Smartphones nur relativ schwer kontrollieren, ob und wie lange sich Arbeitnehmer während der Arbeitszeit in ihre Social Communities ausklinken. Andererseits weiß jeder Arbeitnehmer, der gerade an langatmigen, langweiligen Projekten sitzt: Facebooken ist einfach spannender, als beispielsweise Zahlen in Excel-Tabs zu tippen.

Nicht umsonst gibt ein Großteil (55 Prozent) der österreichischen Arbeitnehmer in einer karriere.at-Onlineumfrage an, Privates wie Facebook zumindest manchmal im Job zu erledigen.

Interessante Ergebnisse liefert nun eine US-Studie des Marktforschungsinstituts United Sampler unter 500 Arbeitnehmern (inwieweit diese repräsentativ ist bzw. auf Österreich anwendbar ist, sei dahingestellt) – die Tendenzen werden wohl auch hierzulande in groben Zügen ihre Gültigkeit haben.

  • Sechs von zehn aller Arbeitsunterbrechungen entstehen heute deshalb, weil sich Arbeitnehmer in Social Networks, Chats oder Minigames engagieren.
  • 45 Prozent der Arbeitnehmer schaffen es laut Studie nicht, sich länger als 15 Minuten am Stück ihrer Arbeit konzentriert zu widmen.
  • Eine Stunde Arbeitszeit geht bei 53 Prozent damit täglich verloren.
  • Pro Arbeitnehmer und Jahr entstehen (hochgerechnet auf ein US-Durchschnittseinkommen) vergeudete Arbeitszeit-Kosten von 10.375 US-Dollar.

Im Vergleich dazu: 43 Prozent der Arbeitszeit werden in herkömmlichen Besprechungen investiert (wieviel dies zur Unproduktivität eines Unternehmens beiträgt, wurde allerdings nicht erhoben), 23 Prozent für die E-Mail-Bearbeitung, neun Prozent der Tagesarbeitszeit für Facebook.

Guidelines, Guidelines, Guidelines…

Was ist nun aber davon zu halten? Machen strikte Social-Media-Verbote Sinn? Gerade in Zeiten, in denen immer mehr Firmen erwägen, sich auf Facebook ihren Bewerbern zu präsentieren, ist es schwer, Grenzen zu ziehen. Einerseits sollen sich Mitarbeiter engagieren, um im Social-Web-Auftritt der Firma dann ein authentisches Bild abzugeben. Denn jeder Arbeitnehmer, der seinen Arbeitgeber in einem seiner Profile anführt, wird automatisch – und oft auch unbewusst – zum PR-Mitarbeiter seiner Firma. Andererseits dürfen sie keine Zeit dafür aufwenden.
Einmal mehr drängt sich der Ruf nach klaren Guidelines auf. Wie oben erwähnt: Wessen Firmen-PC für Facebook, Twitter und Konsorten gesperrt ist, der wird eben öfter das eigene Smartphone zur Hand nehmen.

 

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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