Privat-Mails, E-Banking, Facebook & Co.: Jeder Zweite macht das während der Arbeitszeit

von in Arbeitsleben, Social am Freitag, 4. März 2011 um 12:04

Ist der Feierabend einmal da, wird die Zeit knapp. Ein bekanntes Phänomen. Da bleibt einem oft einfach keine Zeit, sich mit den lästigen Dingen des Alltags zu beschäftigen. Überweisungen zum Beispiel. Alle Privat-Mail-Accounts durchzuchecken. Theaterkarten online zu reservieren. Oder einfach entspannt auf Facebook surfen. Weil aber all diese Dinge erledigt gehören, heißt es, eine kreative Zeiteinteilung dafür zu finden. Oder – gleich die Arbeitszeit dafür herzunehmen. Letzteres machen jedenfalls mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer, ergab die jüngste Online-Umfrage von karriere.at unter österreichischen Dienstnehmern und Arbeitgebern.

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Liebe Chefs – bitte weghören: Insgesamt 55 Prozent der von karriere.at online befragten Arbeitnehmer (562 Teilnehmer) gaben an, dass sie die Arbeitszeit zumindest „manchmal“ für Privaterledigungen im Internet nutzen. Jeder vierte Arbeitnehmer (23 Prozent) sagt sogar: „Das mache ich immer im Büro.“

Was Unternehmer aber beruhigen dürfte: Nur sieben Prozent der Befragten wagen es, sich über firmeninterne Verbote von Privatseiten und Social Media hinwegzusetzen. Vier von zehn Angestellten (!) sind davon überzeugt, dass man Privates und Dienstliches zu trennen habe – und gaben an, sich auch daran zu halten.

Facebook-Verbot in jeder fünften Firma

Dass doch relativ viele Arbeitnehmer keine größeren Skrupel haben, bezahlte Arbeitszeit für Privatangelegenheiten zu nutzen, mag auch an der relativ toleranten Einstellung der österreichischen Unternehmer liegen: Jeder Zweite der 141 befragten Führungskräfte gab an, dass dies kein Problem für sie darstelle – solange die Arbeitnehmer nur das aufgetragene Arbeitspensum schaffen. Wie die folgende Auswertung zeigt, sind jedoch in mehr als jeder fünften Firma Facebook & Co. strikt verboten.

Guidelines statt Verbote

Halten Verbote die Mitarbeiter vom Surfen und von Social Networks ab? Kritisch steht karriere.at-Geschäftsführer Jürgen Smid diesem Ansatz gegenüber: „Die Umfrageergebnisse zeigen auf, wie die Realität im Büroalltag aussieht. Und da der Großteil der Arbeitnehmer heute über Smartphones mit Internetzugang verfügt, werden Verbote von Social Networks und Free-Mail-Anbietern von Arbeitgeberseite zunehmend zahnlos.“

Gerade was das Thema Social Media angeht, müsse firmenintern ein Ansatz gefunden werden, wie man mit dem Thema umgeht, betont Smid: „Die Außenwahrnehmung von Unternehmen wird immer stärker durch Social Media definiert, also auch durch die ‚Mundpropaganda‘ der eigenen Dienstnehmer im Social Web. Diese findet auf jeden Fall statt, auch wenn einschlägige Seiten am Arbeitsplatz gesperrt sind.“

Ein Lösungsansatz: So genannte Guidelines. „Ein Leitfaden, der in klaren Sätzen aufzeigt, wie Unternehmensangehörige im Social Web über den Betrieb kommunizieren. In solche Guidelines gehört auch ein Absatz, der die private Nutzung von sozialen Netzwerken während der Arbeitszeit regelt“, ist Smid überzeugt.

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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