Bei Extremsituationen am Arbeitsplatz zählt jede Sekunde

von in Arbeitsleben am Donnerstag, 16. Januar 2014 um 11:42

Manchmal steht die Zeit plötzlich still. Die Rede ist von Extremsituationen im Leben eines Menschen, die auch in der Arbeitswelt eintreten können. Und auch wenn schwere Unfälle oder andere traumatische Erlebnisse glücklicherweise sehr selten sind, sollten Führungskräfte und Mitarbeiter darauf vorbereitet sein.

Lachkrampf oder Schweigen: Jeder reagiert anders

Jeder Mensch ist anders und so reagiert auch jeder einzelne verschieden auf extreme Erlebnisse. Die einen werden hyperaktiv, manche fangen vielleicht sogar zu lachen an. Andere wiederum verfallen in Schweigen und ziehen sich zurück. Unabhängig davon, was passiert ist, die Bewältigung einer solchen Situation läuft nie gleich ab. Gemeinsam haben sie jedoch, dass es stets viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen braucht, um die Betroffenen zu erreichen.

Brücke zwischen Mitgefühl und Arbeitsanforderungen

Klemens Fraunbaum

Klemens Fraunbaum

Vor allem Führungskräfte stehen vor der Herausforderung, die Brücke zwischen Mitgefühl einerseits und den Anforderungen des Unternehmens andererseits zu schlagen. Wie Klemens Fraunbaum, Notfallmanagement-Trainer im karriere.at-Interview erklärte, gilt es im Einzelfall zu klären, welche Unterstützung ein Mitarbeiter vom Arbeitgeber braucht. Wichtig ist, so die Kernaussage einer aktuellen Haufe-Aussendung, keine Zeit zu verlieren und Betroffene nicht allein zu lassen. Je früher Hilfsangebote seitens der Führungskräfte kommen, desto besser. Auch die Kollegen spielen eine wichtige Rolle, sie sollten jedoch stets in dieser bleiben. Fraunbaum: „Kollegen sollten ehrlich, offen und menschlich auf die Betroffenen zugehen und das Gespräch oder Hilfe und Unterstützung anbieten. Wichtig ist jedoch, nicht den Psychologen zu mimen sondern Kollege zu bleiben. Die fachliche Betreuung wird von Profis angeboten und durchgeführt, beides ist für die Betroffenen wichtig und ergänzt sich.“

Die ersten Schritte nach der Katastrophe

SchockDenn passiert etwas Schlimmes, bedeutet dies bei einem gesunden Menschen auch immer eine psychische Belastung. Im besten Fall wird diese nach einer gewissen Zeit als Erfahrung abgespeichert und das Leben geht normal weiter. Im schlimmsten Fall wirkt diese jedoch nachhaltig traumatisierend. Getreu dem Motto: „Nach einem Sturz wieder rasch aufs Pferd“ gilt es, schnell zu reagieren. Wie sehen sie also konkret aus, die ersten Schritte nach einer persönlichen Katastrophe?

  • Betroffene betreuen – Rückhalt und Sicherheit bieten
  • Hilfe durch Profis bereit stellen

Was jeder Arbeitgeber haben sollte

Für Arbeitgeber bedeutet dieses sensible Thema vor allem eines: Vorbereitet sein. Sie sind, allein schon durch das Gesetz, verpflichtet, für die Sicherheit der Arbeitnehmer zu sorgen. Darüber hinaus geht es darum, Notfallpläne zu erstellen und dafür zu sorgen, dass die Mitarbeiter über diese Bescheid wissen und nach diesen handeln können. Im Idealfall sind dies natürlich rein theoretische Überlegungen, da Notsituationen, schreckliche Unfälle oder auch Gewalttaten sehr, sehr selten vorkommen. Im Extremfall kann es jedoch lebenswichtig sein, in der Praxis richtig reagieren zu können.

Bildnachweis: Sergey Nivens / Quelle Shutterstock, Ermolaev Alexander / Quelle Shutterstock

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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