Lebenslanger Wissensdurst: Erwachsenenbildung boomt nach Uni am meisten

von in Arbeitsmarkt, HR am Dienstag, 30. April 2013 um 10:49

Der Wissensdurst eines Menschen ist abhängig vom Grad seiner Ausbildung. Zu diesem Ergebnis kommt die Erwachsenenbildungserhebung der Statistik Austria. Demnach besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem erreichten Bildungsabschluss und der Teilnahme an Aus- oder Weiterbildungsprogrammen im Erwachsenenalter. Je mehr also in jungen Jahren gelernt wurde, desto größer ist auch der spätere Wissensdurst. Konkret haben sich in Österreich mehr als zwei Drittel jener Personen mit Hochschulabschluss zum Umfragezeitpunkt weitergebildet. Weiters zeigt die Erhebung: Je jünger die Erwachsenen, desto mehr Lust – oder Notwendigkeit – auf Zusatzbildung.

Kurse, Seminare, Workshops & Co.

Jährlich (!) bildeten sich durchschnittlich 45,5 Prozent der 25- bis 64-Jährigen in Kursen, Seminaren, Workshops, Vorträgen oder Schulungen am Arbeitsplatz weiter. Bei genauerer Betrachtung erkennt man, dass das formale Bildungsniveau einen erheblichen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit von Weiterbildungen hat. So haben sich fast 68,9 Prozent der Absolventen von Universitäten, Fachhochschulen und dergleichen in den zwölf Monaten vor der Befragung weitergebildet – dies sind fast dreimal so viele wie unter den Pflichtschulabsolventen (23,5 Prozent).

Neun von zehn Unternehmen bilden weiter

Am größten ist der Wissensdurst laut Statistik Austria bei der Altersgruppe zwischen 25 und 34 Jahren, knapp die Hälfte (49,3 Prozent) dieser Personen bildete sich in den zwölf Monaten vor der Umfrage weiter. Dieses Ergebnis überrascht nicht – ist Weiterbildung gerade in den ersten Arbeitsjahren oft ein Muss. Und wie eine vorangegangene Studie zeigt, boomt Weiterbildung in den Unternehmen. Neun von zehn Unternehmen waren demnach im Jahr 2010 auf dem Sektor der Weiterbildungen aktiv, am häufigsten angeboten wurden Weiterbildungskurse, Tagungen, Workshops und Fachmessen sowie Ausbildungsphasen direkt am Arbeitsplatz.

Nicht jeder wird erreicht

Erreicht werden mit dieser Ausbildungswelle jedoch nicht so viele Mitarbeiter, wie es auf den ersten Blick scheint. Laut Auswertung der Statistik Austria wurden im Jahr der Untersuchung 33 Prozent der heimischen Arbeitnehmer Weiterbildungsmaßnahmen zuteil. Dies ist aus mehreren Gründen schade, etwa auch, weil Weiterbildung zwar kostet, jedoch auch mehrfach Nutzen bringt. So werden Arbeitnehmer durch zusätzliches Wissen unter anderem auch motivierter, die Unternehmen auf der anderen Seite gewinnen Top-Mitarbeiter und sichern ihre Position als attraktiver Arbeitgeber, der seinen Mitarbeitern Perspektiven bietet. Es lohnt sich also, als Unternehmen mehr auf Aus- bzw. Weiterbildung zu setzen. Und dies nicht nur auf der Führungsebene.

Bildnachweis: Creativa / Quelle Shutterstock, auremar / Quelle Shutterstock

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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