Entscheidungen: Chef, ich will mehr Verantwortung!

von in Arbeitsleben, HR am Dienstag, 13. Mai 2014 um 11:41

Ist ein Projekt erfolgreich, wurden in der Regel viele richtige Entscheidungen getroffen. So weit, so logisch. Nach Ansicht der Arbeitnehmer sollten jedoch viele Beschlüsse näher an der „Basis“ gefasst werden, zeigt nun eine groß angelegte Studie. Drei von vier Mitarbeitern glauben nämlich, selbst mehr zum Erfolg ihres Unternehmens beitragen zu können.

Das Ergebnis der Trendstudie „Mitarbeiter und Mitentscheider“ zeugt einerseits von großem Selbstbewusstsein aber auch von großer Motivation, Dinge im eigenen Unternehmen zum Besseren wenden zu wollen: 73 Prozent der von Haufe befragten 12.000 Arbeitnehmer im DACH-Raum sagen, dass sie mit ihren Entscheidungen zum Erfolg ihres Unternehmens beitragen können. Ebenso viele – fast sieben von zehn – wünschen sich noch mehr Verantwortung und stärkeren Einfluss auf Entscheidungen im Unternehmen.

Eigenverantwortung macht besser

Und warum? Weil Eigenverantwortung Mitarbeiter besser macht: 77 Prozent sind überzeugt, dass sich die Möglichkeit zur Mitgestaltung positiv auf Motivation und Leistungsbereitschaft auswirkt. „Unternehmen müssen sich weiterentwicklen. Sie müssen auf den Wunsch der Mitarbeiter, an Unternehmensprozessen zu partizipieren, reagieren und auf die damit verbundenen Bedürfnisse eingehen. Tun sie das nicht, riskieren sie kurz- bis mittelfristig ein abnehmendes Engagement ihrer Belegschaft und mangelnde Wettbewerbsfähigkeit“, ist Haufe-Geschäftsführer Joachim Rotzinger überzeugt.

Enttäuschung ist verständlich

Es ist ja auch logisch: Mitarbeiter, die an Projekten arbeiten, kennen in der Regel Markt, Mitbewerb und Kunden wie die eigene Westentasche. Sie investieren viel Zeit und Engagement in ihre Arbeit. Und oft sind es (strategisch) getroffene Entscheidungen von „oben“, die dann enttäuschen und demotivieren, weil die Arbeit des Einzelnen allem Anschein nach geringgeschätzt wird. Frei nach dem Motto: Wissen die da oben überhaupt über das Produkt, seine Besonderheiten und Tücken und die dahinter stehenden Abläufe Bescheid?

Die Kommunikation macht’s

unternehmenszieleLogisch, Entscheidungen müssen irgendwo getroffen werden und nicht immer können alle Blickwinkel der „Basis“ dabei berücksichtigt werden. Eine Online-Umfrage von karriere.at aus dem Jahr 2012 zeigt aber ergänzend zu den Studienergebnissen, dass es vielfach an der Kommunikation von Strategien und Unternehmenszielen scheitert: Ein Drittel der befragten 430 Arbeitnehmer gab an, nur wenig darüber zu wissen. Jeder siebte erfährt Dinge nur, wenn er oder sie selbst danach fragt.

Bildnachweis: weerapat kiatdumrang / Quelle Shutterstock, Grafik: karriere.at

 

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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