Die besten Pläne sind oft die, die man verwirft

von in Arbeitsleben am Dienstag, 26. August 2014 um 10:36

An den Plänen scheitert es meist nicht – jedoch an der Umsetzung. Und dies liegt, so die Linzer Psychologin Christa Schirl, nicht an fehlendem Zeit-, sondern Energiemanagement. Sie verrät, wie man feststellen kann, was einem Energie raubt und wie sehr es manchmal helfen kann, in Arbeit, Urlaub und Freizeit spontan zu sein und Pläne auch einmal über den Haufen zu werfen. Weiters: Vier Tipps für ein besseres Energiemanagement.

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Wenn der Körper nach etwas anderem schreit

„Die Menschen haben heute ein gutes Zeitmanagement. Jeder weiß, was er bis wann zu tun hat, welche einzelnen Projektschritte es gibt und was zu erledigen ist. Was aber oft fehlt, ist das dazu passende Energiemanagement. Und dieses ist auch abhängig von der jeweiligen Befindlichkeit und Tagesverfassung“, so Christa Schirl. Es geht darum, mehr auf sich zu horchen und sich zu fragen: Wie viel Enerige habe ich im Moment eigentlich?  „Energiemanagement bedeutet, zu schauen, ob noch etwas auf dem eigenen Energiekonto drauf ist. Ob man etwas eingezahlt hat, oder ob einem gerade nur abgebucht wird. Dann kommen natürlich noch schicksalhafte Faktoren wie etwa Erkrankungen hinzu. Da bringen all die Arbeitslisten nichts, weil der Körper nach etwas anderem schreit.“

Ausgelaugt oder inspiriert?

Christa Schirl

Christa Schirl

Der Begriff „Energiekonto“ versinnbildlicht sehr gut das, was andere vielleicht einfach Energie, Kraft oder sogar Motivation nennen. Was aber kann man einzahlen und was kostet? „Viele Dinge tun einem Menschen gut. Spaß im Job, gesunde Ernährung, Bewegung, ausreichend Schlaf, Familie und Freunde sowie Hobbies. Aber Vorsicht: Alles, was Energie gibt, kann auch welche entziehen. Zu viel Bewegung, zu viel Schlaf, schlechtes Essen oder eben Freunde, die Energie rauben“, so Schirl. Wie so oft im Leben gilt hier: Die Dosis macht das Gift. Man sollte sich vor allem überlegen: Was gibt und was nimmt mir Energie? „Bei Freunden ist das ganz einfach, man fragt sich: Wie geht es mir nach dem Treffen? Fühle ich mich ausgelaugt und leer oder inspiriert und beschwingt? Oder aber man beobachtet sich selbt genau, wie man aus einem Hobby heraus geht. Ist man gut drauf oder einfach nur erschöpft und noch gestresster als vorher? Hier muss jeder individuell in sich hineinhorchen“, rät die Psychologin dazu, bis zu einem gewissen Grad sehr schonungslos zu sein. Hat man etwa einen Wanderurlaub gebucht, der Körper schreit jedoch nach Erholung und Schlaf, dann sollte man auch so spontan sein umzudisponieren. Genau hierbei gibt es jedoch die größten Schwierigkeiten, beim „In-Sich-Hineinhorchen“.

Vier Tipps für ein besseres Energiemanagement

Viele Menschen überziehen ihr Energiekonto regelmäßig und das Auffüllen ist dann umso schwerer. Folgende Tipps der Psychologin sollen dabei helfen, das eigene Ernergiemanagement zu verbessern:

  • Regelmäßig pausieren: Am besten wäre es, regelmäßige Pausen einzulegen. Damit gemeint sind sowohl die kurzen Pausen während eines Arbeitstages, als auch die Kurzurlaube unterm Jahr. Man sollte nicht nur in der Urlaubszeit versuchen, Energie zu tanken. Nicht selten braucht man dann Urlaub vom Urlaub.
  • Für Abwechslung sorgen: Jeder Körper braucht einen ständigen Wechsel zwischen Spannung und Entspannung. Sich nur zu Entspannen ist genauso schlecht, wie ständig unter Stress zu stehen.
  • Höhenflüge nutzen: Wer gerade ein Up hat, sollte dieses nutzen. Man sollte sich immer fragen: Wofür habe ich heute Energie? Was geht mir leicht von der Hand? Das aktuelle Energielevel hängt auch stark vom Biorhythmus ab. Eine aktive Phase dauert meist zwischen 45 und 90 Minuten, danach kommt ein Tief – und in dieses sollte man seine Pause legen. Die aktiven Phasen, die Ups, sollte man nicht mit Routineaufgaben füllen.
  • Auf die Rahmenbedingungen achten: Neben Dauerstress rauben schlechte Arbeitsbedingungen im Job viel Energie. Vorgesetzte sollten darauf achten, dass ihre Mitarbeiter nicht mit zu viel Lärm etc. belastet werden.

Bildnachweis: fotogestoeber /Quelle Shutterstock,

 

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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