Auf Jobsuche: Das wünschen sich Bewerber von Arbeitgebern

von in Arbeitsleben am Dienstag, 14. April 2015 um 10:08

Zwei Arbeitgeber schreiben zwei identische Jobs aus. Ein Bewerber hat die Wahl, sich bei einem Unternehmen zu bewerben. Gut möglich, dass er einem Arbeitgeber den klaren Vorzug gibt und entscheidet: Für den will ich arbeiten! Warum sich gutes Employer Branding im Recruiting bezahlt macht, hat eine aktuelle Studie von karriere.at und Marketagent.com unter Arbeitnehmern und HR-Verantwortlichen erfragt.

Studie zum Thema Employer Branding

Spannende Aufgaben, tolles Gehalt, super Zusatzleistungen – es gibt viele Gründe, die für einen Job sprechen. Neben finanziellen Anreizen oder der Stelle an sich gibt es aber noch andere Faktoren, die für oder gegen die Annahme eines Jobs sprechen können. Werte, die manchmal schwer messbar sind, für Bewerber aber oft wichtiger sind als Geld oder große Aufstiegschancen: Werde ich mich bei diesem Arbeitgeber überhaupt wohlfühlen? Möchte ich für dieses Unternehmen arbeiten? Wer diese Fragen nicht mit Ja beantwortet, zieht eine Bewerbung wahrscheinlich nicht in Betracht. Welche Faktoren bei der Entscheidung für oder gegen einen Job ausschlaggebend sind haben karriere.at und Marketagent.com im Rahmen einer 360-Grad-Studie untersucht. Im Rahmen der repräsentativen Studie wurden 1.004 Erwerbstätige und 279 HR-Manager zum Thema Employer Branding befragt.

Welche Rolle spielt eine positiv besetzte Arbeitgebermarke wirklich?

Rund jeder fünfte Österreicher war in den vergangenen zwölf Monaten auf Jobsuche. In erster Linie wird online nach offenen Stellen gesucht (79,7 Prozent). Wenig überraschend: Vor allem junge Bewerber nutzen vor allem das Internet für die Jobsuche. Für 87 Prozent ist das Web Anlaufstelle Nummer Eins bei der Jobsuche. Bei den Über-50-Jährigen suchen sieben von zehn online nach einer neuen Beschäftigung.

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Erst die Recherche, dann die Bewerbung

Wer online einen neuen Job sucht, interessiert sich längst nicht mehr nur für Stellenanzeigen. 69,6 Prozent der befragten Erwerbstätigen geben an, sich bereits vor der Bewerbung intensiv mit einem Unternehmen auseinandersetzen. Ob sie Zeit und Energie in eine Bewerbung investieren, hängt stark von der Qualität und vom Informationsgehalt eines Jobinserats ab. Drei Viertel der Arbeitnehmer sagen, dass ein Stelleninserat ihre Meinung über einen Arbeitgeber beeinflusst. 80,6 Prozent denken, dass sich Unternehmen mit Stelleninseraten positiv von anderen abheben können.

Welche Infos gehören in ein Stelleninserat?

Neben harten Fakten wie der Jobbeschreibung, Arbeitsort und dem Gehalt wünschen sich Jobsuchende in Inseraten vor allem eines: Informationen über Unternehmenskultur und Arbeitswelt. Sie möchten bereits vor einer möglichen Bewerbung wissen, was sie beim zukünftigen Arbeitgeber erwarten würde. Und sie wissen auch, was sie abschrecken und von einer Bewerbung abhalten würde.

Infografik Employer Branding

Wie sehen HR-Verantwortliche das Thema Employer Branding?

Auf die Suche nach geeigneten Arbeitnehmern machen sich 94,6 Prozent der HR-Verantwortlichen in Online-Jobbörsen. Stelleninserate auf der eigenen Firmenwebsite nutzen 82,2 Prozent. Auf informellen Wegen suchen 72,1 Prozent. Die Mitarbeitersuche ist ein großes Thema für Arbeitgeber – das sagen sechs von zehn Personalisten. Weitere Fakten aus der Sicht der Arbeitgeber und jenen, die im Recruiting tätig sind:

  • Größte Baustelle ist die Steigerung der Unternehmensbekanntheit (26,4 Prozent)
  • Als attraktiver Arbeitgeber möchte man verstärkt wahrgenommen werden (22,1 Prozent)
  • Unternehmenskultur ist verbesserungswürdig (17 Prozent)

Wieso in den Aufbau einer Arbeitgebermarke investieren?

Viel hilft nicht immer viel. Trifft eine große Anzahl an Bewerbungen in der HR-Abteilung ein bedeutet das nicht automatisch, dass auch viele passende Bewerber dabei sind. Aus der großen Menge müssen erst jene aussortiert werden, die geeignet sind. In Jobinterviews muss neben fachlicher Qualifikation auch noch eines abgeklärt werden: Ob der Kandidat zum Unternehmen und seinen Werten passen würde. Wer seine Arbeitgebermarke bereits im Vorfeld ehrlich kommuniziert, erhöht die Wahrscheinlichkeit,  passende Bewerber zu erreichen. Marketagent.com-Geschäftsführer Thomas Schwabl erläutert dazu: „Im Mittel werden lediglich 15 Prozent der eingehenden Bewerbungen pro ausgeschriebener Stelle als geeignet bewertet. Employer Branding zielt unter anderem auf eine effiziente Personalrekrutierung ab, dazu zählt auch die Qualitätssteigerung der Bewerbungen.“

HR-Verantwortliche wissen um die Bedeutung der Marke

Eine gute Arbeitgebermarke ist beim Recruiting jede Menge Wert – und Österreichs HR-Manager wissen das. Drei Viertel der Befragten (74,2 Prozent) halten eine Marke für wichtig oder eher wichtig. 92,9 Prozent sgaen, dass eine positive Employer Brand in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen wird.

Die Studienergebnisse im Detail

Charts mit detaillierten Studienergebnissen stehen hier zum Download zur Verfügung.

Bildnachweis: Bplanet / Shutterstock;  Gajus / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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