Employer Branding: Wo drückt der Schuh?

von in HR am Donnerstag, 7. Mai 2015 um 10:33

Die Macht einer Marke kann riesig sein. Eine funktionierende Brand aufzubauen, die für sich spricht, ist aber alles andere als einfach – und ein hartes Stück Arbeit. Davon können nicht nur Produktmarketer, sondern auch immer häufiger Personalmanager ein Lied singen. Richtig, es geht – wieder einmal – um das Thema Employer Branding. Welche Maßnahmen schätzen HR-Profis als wirksam ein? Welche Problemfelder können damit behoben werden? Und wer sollte an der Arbeitgebermarke mitarbeiten? Eine Studie gibt nun einen Einblick in die Stimmungslage der Personalmanager.

In den heimischen HR-Abteilungen herrscht eher der recruiting-getriebene Realismus vor – einer der Schlüsse, die sich aus der im April 2015 präsentierten 360-Grad-Studie Employer Branding von karriere.at und Marketagent.com ziehen lassen.

Mitarbeiterbindung fällt Großbetrieben leichter

So identifiziert der größte Teil der für die Untersuchung befragten 279 Personalmanager den „Kampf um die besten Mitarbeiter“ als Thema im eigenen Unternehmen (58,7 Prozent). Rund jeder Zweite sagt, dass es relativ einfach ist, geeignete Mitarbeiter langfristig zu binden (50,7 Prozent). Besonders leicht fällt dies Großbetrieben mit mehr als 250 Mitarbeitern (57,8 Prozent) – welche natürlich über ein breiteres Portfolio an Incentives zur Mitarbeiterbindung verfügen als Kleinbetriebe mit weniger als 50 Teammitgliedern (42,9 Prozent).

Be authentic!

Spannend ist auch die Auswertung, welche Maßnahmen HR-Profis als „sehr zielführend“ betrachten. Ganz klar – die persönliche Weiterempfehlung durch Mitarbeiter bzw. ihr Auftreten als Arbeitgeber-Sprachrohr liegt mit 62,4 Prozent on top. Weil eben zufriedene Mitarbeiter immer noch die glaubwürdigsten Unternehmensbotschafter sind. Gleich darauf folgt eine gelebte Unternehmenskultur inklusive ihr zugrunde liegender Werte (57,7 Prozent). Und relativ hoch schätzen Personalisten auch den Einfluss einer ansprechenden Unternehmenswebsite (52 Prozent) sowie das Anbieten von Benefits (44,8 Prozent) ein.

Employer Branding Maßnahmen Studie karriere.at Marketagent.com

Tu‘ was, Chef!

Es überrascht auch das Ergebnis auf die Frage, welche Personen in einen Employer-Branding-Prozess eingebunden werden sollten. So sieht sich die HR-Abteilung mit 93,9 Prozent Zustimmung zwar als relativ unentbehrlich. Noch wichtiger ist den Personalverantwortlichen die aktive Teilnahme der eigenen Geschäftsführung (94,6 Prozent) – logisch, eine Unternehmenskultur lässt sich nicht allein projektmäßig installieren. Werte müssen von allen Mitarbeitern gelebt werden, gerade vom Management! Dass auch Marketing bzw. die Unternehmenskommunikation ihr Know How einbringen sollte, versteht sich mit 92,8 Prozent auch für die meisten Befragten von selbst.

Studie Marketagent.com karriere.at Employer Branding

Gerade die letzten beiden Punkte lassen sich natürlich als Wunschvorstellung eines Idealzustandes von HR-Professionals interpretieren. Viel zu oft stehen diese nämlich vor der Aufgabe, die Herausforderung Employer Branding im eigenen Unternehmen auch argumentieren zu müssen, da dieses von vielen Unternehmensleitungen nach wie vor als reines „Schönwetterthema“ ohne sofort ersichtlichen Return on Investment gesehen wird. Wird es dennoch angegangen, bleibt es allerdings oft – auch budgetbednigt – eine Aneinanderreihung punktueller HR-Marketing-Aktivitäten und wird nicht als aktiver, im gesamten Unternehmen gelebter Prozess gesehen.

Bildnachweis: Ollyy / Quelle Shutterstock, Grafik: karriere.at (2)

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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