Emotionen in Unternehmen: Manager sind auch nur Menschen

von in Arbeitsleben am Freitag, 5. Oktober 2012 um 10:35

Wo Menschen zusammenarbeiten, kommen unweigerlich auch Gefühle ins Spiel. Und so verschieden die Menschen, so verschieden auch der Umgang mit den Emotionen. Doch wie sieht es eigentlich mit Emotionen im Management aus? Mit dieser Frage beschäftigt sich der aktuelle Hernstein Management Report. Demnach haben Emotionen für 69 Prozent der Führungskräfte eine hohe Bedeutung. Die Österreicher, so die Studie weiter, sind dabei jedoch zurückhaltender.

Auch auf Körpersprache, Mimik und Tonfall achten

Auf die Frage nach der Bedeutung von Emotionen in Unternehmen sind die Studien-Teilnehmer aus Österreich, Deutschland und der Schweiz einig: Zwischen 68 und 70 Prozent der Führungskräfte messen dieser eine hohe Bedeutung bei. 63 Prozent nehmen die eigenen Gefühle zwar wahr, versuchen jedoch, rational zu handeln. „Die Bedeutung vom klugen Umgang mit Emotionen hat in Unternehmen erfreulicherweise zugenommen. Das setzt aber eine besondere Achtsamkeit voraus, die sich auch in Körpersprache, Mimik und Tonfall äußert“, wie Katharina Lichtmannegger, Institutsleiterin von Hernstein erklärt.

Was bedeutet emotionale Führung?

Spannend ist, dass insgesamt ein Drittel der Befragten zu den eigenen Emotionen steht und diese gezielt im betrieblichen Kontext einsetzt, führend sind dabei die Studienteilnehmer aus der Schweiz mit 40 Prozent Zustimmung, gefolgt von den Deutschen mit 38 Prozent. In Österreich gab es mit 22 Prozent bedeutend weniger Zustimmung zum Einsatz von Emotionen. Auf die Frage, was emotionale Führung überhaupt für sie bedeutet, gab die Mehrheit an die eigenen Gefühle so zu handhaben, dass sie der Situation angemessen sind. 40 Prozent verbinden mit emotionaler Führung die Fähigkeit, die eigene Leidenschaft auf andere zu übertragen. Rund 16 Prozent verstehen darunter auch die Nutzung der eigenen Emotionen zur Selbststeuerung, für weitere vier Prozent bedeutet emotionale Führung die Beeinflussung der Gefühle anderer.

„Mitarbeiter wollen einen authentischen Chef“

Die Wirkung von authentisch eingesetzten Gefühlen im Unternehmen wird unterschiedlich interpretiert. Für 56 Prozent der Befragten führt diese zu mehr Offenheit und Kreativität im Unternehmen. 48 Prozent der Manager glauben, dass Leistung und Produktivität dadurch gefördert werden, für 34 Prozent  wird durch Authentizität die Gestaltung von Beziehungen erleichtert. Auch positive Auswirkungen auf die eigene Gesundheit wird dem ehrlichen Umgang mit Gefühlen zugeschrieben. 22 Prozent der Manager stimmen der Aussage zu, dass diese zu mehr Gefolgschaft bei den Mitarbeitern führt. „Mitarbeiter wollen einen authentischen Chef. Dies setzt eine hohe kommunikative Kompetenz voraus. Gleichzeitig muss man sich der eigenen inneren und äußeren Haltung bewusst sein. Das verlangt ein hohes Maß an Achtsamkeit sich selbst  gegenüber und führt zu einem angemessenen Umgang mit anderen Menschen“, ist Lichtmannegger überzeugt.

Bildnachweis: Colourbox, Grafiken: Hernstein

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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