Berufseinstieg? Das schätzen Absolventen am Traineeprogramm

von in HR am Mittwoch, 5. August 2015 um 10:38

Nach dem Studienabschluss sofort in einem klar definierten Job die Karriere zu starten, das erscheint nicht allen Absolventen verlockend. Vielen wäre die Möglichkeit, als Trainee unter fachlicher Betreuung in den ersten Job einzusteigen, lieber. Für die Möglichkeit, viele Arbeitsbereiche kennen zu lernen, verzichten sie dann auch auf Gehalt und einen fixen, unbefristeten Job.

Erster Job: Lieber nicht gleich festlegen

Eine Traineestelle kann einen sanften Übergang vom Studium in die Berufswelt darstellen: Arbeiten, aber mit Fokus auf Weiterbildung und dem Kennenlernern vieler verschiedener Stationen innerhalb eines Unternehmens. Die Absolventenstudie von Kienbaum befragte 600 Studierende kurz vor ihrem Uniabschluß: Direkteinstieg in den Job oder doch als Trainee bei einem Arbeitgeber starten? Den sofortigen Einstieg in die Arbeitswelt bevorzugen 47 Prozent der Befragten, 46 Prozent würden sich für eine Traineestelle entscheiden. Ein Praktikum wünschen sich sieben Prozent.

Viel lernen, wenig Verantwortung tragen

„Die aktuelle Absolventengeneration schwankt zwischen Realismus und Komforthaltung. Realismus, weil sie merkt, dass Traineeprogramme speziell für Wirtschaftsstudenten heute häufiger angeboten werden als Direkteinstiege. Und Komforthaltung, weil die Absolventen sich anscheinend gerne damit zufrieden geben, als Trainee weniger Verantwortung zu tragen, unverbindlich in viele Unternehmensbereiche hineinschnuppern zu können und von einer guten Betreuung zu profitieren“, sagt Constanze Wachsmann von Kienbaum Dresden.

3 Gründe, die für ein Traineeprogramm sprechen

Warum würden sich Absolventen für einen Einstieg als Trainee entscheiden? Diese Gründe werden am häufigsten genannt:

  1. Persönliche Betreuung während des Traineeships
  2. Kennenlernen vielfältiger Tätigkeiten
  3. Gezielte Personalentwicklungsmaßnahmen

Das Gehalt und die Sicherheit eines fixen Jobs stellen die Studierenden hinten an, dafür erhalten sie im Rahmen eines Traineeships Chancen, die es beim Direkteinstieg in einen Job so nicht gibt: Die fachliche Betreuung durch einen Mentor und die Möglichkeit, innerhalb eines Unternehmens viele berufliche Stationen kennen zu lernen. Unter den Hochschulabgängern erfreuen sich Traineeprogramme hoher Akzeptanz: Neun von zehn Absolventen halten diese Form des Berufseinstiegs für zeitgemäß. Die Mischung aus Vielfalt, Perspektiven und guter Betreuung sind laut Kienbaum-Studie ausschlaggebend dafür.

Berufliche Reise ohne fixes Ziel

Der Wunsch, möglichst viele Karrieremöglichkeiten kennenzulernen, hat für Arbeitgeber allerdings einen Nachteil: Vielen Absolventen fehlt bei der Jobsuche ein klares Profil: Alles kann, nichts muß – was die berufliche Zukunft betrifft, möchten sie sich möglichst viele Optionen offen halten. 43 Prozent der Befragen möchten gerne im Projektmanagement einsteigen. Die Bereiche Unternehmensplanung und Marketing stehen auf der Wunschliste ebenfalls weit oben.

Bildnachweis: baranq / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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