Einkommen: Das Geld wohnt in der Stadt – aber auch die Ungleichheit

von in Gehalt am Donnerstag, 8. Mai 2014 um 11:51

Dass die Einkommen in und rund um die (Landes)Hauptstädte am größten sind, ist bekannt. Dass dort aber auch die Einkommensunterschiede am markantesten sind, erhob nun eine Studie der WU Wien und der Arbeiterkammer Wien erstmals für Österreich. Die höchsten Durchschnittseinkommen finden sich in und um Wien, das niedrigste in Tirol.

Für die Anfang Mai veröffentliche Studie der Wiener Wirtschaftsuniversität wurden die Lohnsteuerstatistiken der Jahre 2004 bis 2011 unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse zeigen auf, dass in Regionen, in denen die Durchschnittslöhne am höchsten sind (Bruttowerte inklusive Sonderzahlungen wurden herangezogen), auch die Ungleicheit größer ist als in Gemeinden mit eher niedrigem Gehaltsniveau. Vereinfacht gesagt: Die Schere zwischen Arm und Reich tut sich in einkommensschwächeren Regionen weniger stark auf als in finanziellen Top-Lagen. Diese Ungleichverteilung lässt sich im Gini-Index festmachen – üblicherweise wurden bislang Staaten anhand dieser Kennzahl miteinander verglichen. Alle Werte für ganz Österreich (Einkommen, Gini-Index etc.) haben die Forscher in interaktiven Grafiken aufbereitet – spannend!

Je reicher, umso ungleicher

Am Beispiel des Ersten Bezirks in Wien: Hier ist mit rund 68.400 Euro das höchste Durchschnittseinkommen in Österreich zu Hause – allerdings auch der höchste Gini-Index (0,52). „Vor allem in den städtischen Vororten kann man beobachten, dass überdurchschnittliche Einkommen aus Ballungsräumen das lokale Einkommensniveau heben. Im Vergleich zur eingesessenen Bevölkerung hat dies jedoch eine deutliche Spreizung der Einkommen und einen Anstieg der Ungleichheit zur Folge“, erklärt Studienautor Mathias Moser vom Institut für Makroökonomie an der WU Wien. Der weitere Effekt: Mit dem Zuzug von Hochverdienern steigen Immobilienpreise, was wiederum die weitere Ansiedelung von Gutverdienenden forciert.

Wo verdient man am meisten, wo am wenigsten?

Wien versus Wels, Linz versus Lunz am See, Salzburg versus Sölden: Die höchsten und niedrigsten Einkommen pro Bundesland.

Einkommen: Das Geld wohnt in der Stadt - aber auch die Ungleichheit

Bildnachweis: ussr / Quelle Shutterstock, Grafik: karriere.at

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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