Wie Volunteering deiner Karriere auf die Sprünge hilft

von in Arbeitsleben am Mittwoch, 10. August 2016 um 10:42

Freiwilligenarbeit, Ehrenamt, gemeinnütziges Engagement – Volunteering hat verschiedene Namen, bedeutet aber im Grunde immer das Gleiche: Sich freiwillig und unentgeltlich zu betätigen. Früher auf soziale und gemeinnützige Tätigkeiten beschränkt, gibt es heute viele andere Bereiche, in dem ehrenamtliches Engagement gefragt ist: Start-Ups, Großveranstaltungen oder auch junge Online-Magazine sind auf der Suche nach ehrenamtlicher Unterstützung.

Ein Gastbeitrag von Sothany Kim für TEDxVienna.

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TEDxVienna ist eine der Initiativen, die durch und von seinen Volunteers lebt. Das Team besteht aus 70 Personen, die sich neben ihrer normalen Tätigkeiten dazu motivieren, zwei große Events im Jahr auf die Beine zu stellen. Auch ich bin Teil dieses Teams und konnte über die Zeit beobachten, wie meine Volunteering-Erfahrung mich persönlich aber auch beruflich geprägt hat. Obwohl freiwillig und unbezahlt nicht besonders verlockend klingt, hat dieses Engagement abseits von persönlichen Beweggründen auch einen positiven Effekt auf das Berufsleben. Im angloamerikanischen Raum hat es sich etabliert, seinen Lebenslauf mit ehrenamtlicher Arbeit aufzupolieren, um sich somit bessere Chancen für die Aufnahme an Universitäten zu verschaffen. Aber auch hierzulande gibt es genügend Gründe, die deiner beruflichen Zukunft auf die Sprünge helfen können.

Das TEDxVienna Social Media Team

TEDxVienna Fotografen Team

Erfahrungen sammeln und Neues ausprobieren

Über Volunteering kannst du nicht nur wertvolle Arbeitserfahrung sammeln, indem du deine bereits erlernten Fähigkeiten anwendest und stärkst. Es ermöglicht dir vor allem, in komplett andere Bereiche hinein zu schnuppern und neue Dinge auszuprobieren, was in einem normalen Job kaum möglich ist. Damit sind nicht nur andere Tätigkeitsfelder gemeint, sondern auch die Chance, Projekte anders anzugehen oder sich an neuen Techniken zu versuchen. Somit eignest du dir fachübergreifendes Wissen an und erweiterst deine Qualifikationsfelder.
Falls du dich also umorientieren willst oder nicht sicher bist, in welchem Bereich du arbeiten möchtest, kann eine ehrenamtliche Arbeit der ideale Richtungsweiser sein, ohne gleich eine konkrete Richtung einschlagen zu müssen.

Die TEDxVienna Fotografen – Neue Skills erlernen & Erfahrung sammeln

TEDxVienna Fotografen Team

Charakterstärke

Volunteering hat eine starke Signalwirkung nach außen. Das Interesse für Andere und ihr Umfeld zeigt Einsatzbereitschaft und soziale Kompetenz. Neben Uni oder Job in der Freizeit Freiwilligenarbeit zu leisten, zeugt von Zeitmanagement-Skills. Sich an neue Projekte zu wagen, deutet auf Eigeninitiative hin und den Mut, sich etwas zu trauen. Das alles beeindruckt nicht nur zukünftige Arbeitgeber, sondern stärkt auch deinen Charakter. Vielleicht entdeckst du für dich neue Interessen und Eigenschaften, von denen du selbst noch nicht gewusst hast?

TEDxVienna Team: Gemeinsam anpacken!

TEDxVienna Teamwork

Das Gefühl, etwas geschafft zu haben

Es kann vorkommen, dass dir niemand auf die Schulter klopft und sich für deine getane Arbeit bedankt. Volunteering wird dir trotzdem das Gefühl geben, etwas geschafft zu haben. Ob es die lächelnden Gesichter der Menschen sind, denen du geholfen hast oder die sich dein Projekt angesehen haben, dein erster veröffentlichter Online-Artikel oder der Sportvereins-Newsletter, den du monatlich rausschickst: Du hast etwas Sinnvolles vollbracht, dich für etwas Gutes engagiert, Anderen geholfen. Dieses Empfinden wirkt sich positiv auf deine Persönlichkeit und dein Selbstbewusstsein aus und prägt deine zukünftige Arbeitsweise.

Freundschaften & Kontakte knüpfen

TEDxVienna Netzwerken
Sich freiwillig zu engagieren heißt auch, mit Menschen an einer Sache zu arbeiten, die du anders nie kennengelernt hättest. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen mit haben die unterschiedlichsten Werdegänge. Sei neugierig, stelle Fragen und versuche, dich einzubringen. Sei Teil einer Gemeinschaft. Das schweißt nicht nur zusammen, sondern bietet dir im gleichen Zug die Möglichkeit, von dem Know-How und den Erfahrungen der Anderen zu lernen und deinen eigenen Horizont zu erweitern. Das gemeinsame Ziel vor Augen zu haben, führt langfristig zu Freundschaften und einem erweiterten sozialen Netzwerk, von dem du privat und beruflich profitieren kannst.

Und jetzt ran an’s Volunteering?!

Tätig werden kann man überall, ob im Ausland oder beim lokalen Schachverein. Aber nicht jede Art von Volunteering ist für jeden geeignet. Bevor du also wahllos deine Hilfe bei verschiedenen Organisationen anbietest, solltest du vorher einige Punkte durchdenken.

  • Welche Art von Arbeit empfindest du als sinnvoll?
  • Welche Aufgaben würden dir Spaß machen?
  • Was möchtest du mit deinem Engagement erreichen?
  • In welchen Bereichen möchtest du deine Fähigkeiten ausbauen?
  • Wen könntest du mit deinen Stärken unterstützen?
  • Wie viel Verantwortung kannst du übernehmen?
  • Wie viele Stunden kannst du in der Woche aufwenden?

Achte darauf, dich nicht ausbeuten zu lassen. Es gibt leider genügend Organisationen, die freiwillige Arbeitskräfte als Ersatz für bezahlte Mitarbeiter verwenden. Informiere dich gut über die Organisation und ihre Arbeitsstruktur und kommuniziere im Vorhinein, welche Aufgaben du übernehmen und wie viele Wochenstunden du investieren möchtest. So ist dein Arbeitsbereich für alle klar definiert.

Volunteering steht zwar für Freiwilligkeit, aber nicht für Unverbindlichkeit. Mach dir bewusst, dass jede Art von freiwilliger Arbeit auch bedeutet, dass du dich selbst verpflichtest. Manche Organisationen und Projekte sind auf ehrenamtliche Mitarbeiter angewiesen und zählen auf deine Verlässlichkeit. Nur so ist Volunteering für beide Seiten eine positive Erfahrung, die jede Minute deines Engagements wert ist.

Zur Autorin

Sothany Kim Sothany Kim ist Japanologin und leitet bei TEDxVienna das Social Media Team. Außerdem ist sie noch Volunteer beim Impact Hub Vienna. Geld verdient sie in der Online-Kommunikations- und Social Media-Branche. In ihrer Freizeit beschäftigt sie sich mit Design, Essen und Sprachen.

Bildnachweis: TEDxVienna

Redaktion

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