Duzen im Büro: Wenn der Chef zum Kumpel wird

von in Arbeitsleben am Montag, 4. April 2011 um 14:19

Eine Abendveranstaltung ist die perfekte Gelegenheit, wenn es ums Netzwerken geht. Nach ein paar Gläschen Wein wird aus dem Chef plötzlich der beste Kumpel und aus dem förmlichen „Herr Müller“ ein „Herbert, trink das.“ Wenn Menschen sich untereinander duzen, schafft das Nähe und Vertrauen. Um sich die eine oder andere Peinlichkeit zu ersparen, sind aber ein paar Dinge zu beachten.

Die Frage nach Duzen oder Siezen klingt zunächst simpel. Richtig wäre, wenn der Ranghöhere derjenige ist, der das „Du“ anbietet. Richtig wäre auch, wenn unter Gleichrangigen der Ältere den Schritt zu mehr Nähe tut. Im Alltag sind die Stolperfallen allerdings zahlreich. Heißt im Klartext: Ist der Vorgesetzte 28 Jahre und der Mitarbeiter 52 Jahre alt, sollte vom (jüngeren) Vorgesetzten im Bedarfsfall das „Du“ angeboten werden.

Selbst wenn die Etikette genau befolgt wird, kann es sein, dass im Unternehmen das Duzen verpönt ist. Der Trend geht allerdings in die gegenteilige Richtung. So wird das „Du“ in jüngster Zeit immer häufiger auch von Vorgesetzten als vertrauensbildende Maßnahme eingesetzt. Gerade in Teams wird so ein Gefühl der Freundschaft hergestellt, das zu mehr Produktivität und Motivation führt.

Duzen ablehnen

Peinlich wird es, wenn die Anfrage abgelehnt wird. Deswegen ist sorgfältig abzuwägen, ob durch das vertraute Duzen wirklich zu viel Nähe entsteht. Wer sich dadurch bedroht fühlt, hat Erklärungsbedarf. Elegant kann die Absage womöglich mit einem Verweis auf die Unternehmenspolitik (wenn Duzen generell nicht erwünscht ist) formuliert werden.

Siezen sorgt für Respekt

Gerade jüngeren Angestellten fällt es oft schwer, ältere Vorgesetzte zu duzen, selbst wenn diese es bereits angeboten haben. Der förmliche Umgang miteinander führt bekanntlich nicht nur zu Distanz sondern drückt auch gegenseitigen Respekt aus. Wird das ‚Du’ allerdings angeboten und auch angenommen, so sollte man es nicht zurückziehen. Das sorgt für Irritationen und ist wenig förderlich für die Motivation der Mitarbeiter.

Wenn die Gefahr eines getrübten Erinnerungsvermögens besteht (siehe Situation oben), sollte man jedenfalls auf „Herr Müller“ statt auf „Herbert“ setzen. Herr Müller kann dann immer noch sagen: „Aber für dich heiße ich doch Herbert.“

 

 

David Kitzmüller

David Kitzmüller ist Marketing-Teamleiter bei karriere.at. Zwischen Werbekampagnen und Performance-Analysen schreibt er in seinen Blogposts über Trends und neueste Entwicklungen in der Webwelt.

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