Drei, zwo, eins … Gong! 15 Minuten Zeit, um sich beim Speed-Dating in den eigenen Bürokollegen zu verlieben

von in Arbeitsleben, HR am Freitag, 27. August 2010 um 09:28

Täglich nackt arbeiten, dazu noch im Fernsehen – das etwas andere Teambuilding – haben wir vor genau einer Woche an dieser Stelle thematisiert. Wegen des großen Interesses der geschätzten Leserschaft an diesem Thema haben wir uns weiter nach ungewöhnlichen Teambuilding-Aktivitäten umgesehen. Und sind fündig geworden! Die Strabag, ein Österreichischer Bau-Riese, setzt nämlich auf Amors Pfeile, um seine Mitarbeiter einander näher kommen zu lassen: Auf Speed-Dating unter Kollegen!

15 Minuten gemeinsam an einem Tisch, 15 Minuten Zeit, um einander kennenzulernen – Speed Dating. „Und, was machst du so?“ – „Ich arbeite bei der Strabag.“ – „Hey, ich auch. Zufälle gibt es…!“ Eben nicht. Denn in diesem Fall gar nicht anders möglich: Alle 100 Teilnehmer an diesem speziellen Speed-Dating-Treffen arbeiten nämlich für den Baukonzern. Und sie „daten“ sich auch nicht, um den Partner für ein gemeinsames Leben oder eine gemeinsame Nacht zu finden. Sondern um in letzter Konsequenz besser in ihren Jobs bei der Strabag zusammenzuarbeiten, berichtet Konzernsprecherin Diana Klein der Tageszeitung Kurier. Ungewöhnliche Teambuilding-Aktionen, Klappe die zweite.

Eingefunden haben sich die Straßenbau-Profis eigentlich zu einem „Business-Talk und Networken bei Lounge-Flair“. Doch nun müssen sie, anders als bei herkömmlichen Firmenveranstaltungen, ihre Gesprächspartner wechseln, sobald der Gong ertönt. Im Viertelstundentakt. Der Effekt: Leute, die oft jahrelang im gleichen Gebäude gearbeitet haben, saßen sich so zum ersten Mal bewusst gegenüber und tratschten. Ob die Gratis-Cocktails ihren Teil dazu beigesteuert haben, lässt sich nur vermuten.

Tatsächlich eine interessante Idee, die die Strabag-Sprecherin da ausgearbeitet hat – laut Kurier bestätigte ihr auch eine Feedback-Runde, dass die Aktion 97 Prozent der Teilnehmer gefallen hat. Und ein perfektes Beispiel dafür, wie man Employer Branding auch betreiben kann. 100 Mitarbeiter erzählen nun ihren Familien und Freunden über Tage hinweg nicht von ihren Jobs als Bauingenieur oder Statikerin. Sondern davon, wie sie mit „dem Kollegen aus dem vierten Stock“ plötzlich „verkuppelt“ wurden. Und diese werden sich denken: „Coole Firma. Die lassen sich wenigstens ‚was anderes einfallen als das ewig gleiche Punschstand’l vor Weihnachten.“ So trägt man ein Positiv-Image nach außen. Und PR-mäßig noch dazu perfekt vermarktet, weil mit Speed-Dating jedermann etwas völlig anderes verbindet, als einen Firmentermin zum Teambuilding mit Kollegen. Weiterer Vorteil: Niemand muss nackt zur Arbeit.

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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