Don’t drink and write! Braucht es dafür aber wirklich einen Facebook-Alkotest?

von in Jobsuche, Social am Mittwoch, 24. November 2010 um 10:55

Wenn der Abend länger und die geleerten Gläser mehr wurden, als man eigentlich verträgt, kommt es meist gleichzeitig mit den Kopfschmerzen: Dieses unangenehme Bauchgefühl. Hätte man sich in der Hitze der Diskussion nicht doch etwas mehr zurückhalten sollen? War es nicht zuviel des Privaten, das man seinem weinseligen Freund anvertraut hat? Und: War der Facebook-Eintrag dann um zwei Uhr morgens noch notwendig? Wenn es soweit kommt, ist Feuer am Dach. Vor allem dann, wenn man seinen Frust im Job dadurch abreagiert hat…

Beispiele wie das untenstehende, gibt es in Hülle und Fülle im Netz zu finden. Witzig für Unbeteiligte ob der Dumm- und Verantwortungslosigkeit der handelnden Personen. Folgenschwer für die Beteiligten. Was geschrieben ist, ist geschrieben. Was liegt, das pickt. Und im Gegenteil zu persönlich geführten hitzigen Debatten zwischen zwei Illuminierten, weiß das Gegenüber bei Postings eben nicht in welchem Zustand, in welchem Zusammenhang oder in welcher Gemütsverfassung etwas von sich gegeben wurde.

Dass Anti-Chef-Rachefeldzüge via Facebook im Rausch nicht gerade zu den Karriere-Turbos zählen, wird der überwiegenden Mehrheit der User wohl bewusst sein. Wer auch nur halbwegs verantwortungsbewusst im Social Web agiert (=nachdenkt, bevor er „Teilen“ klickt), hat sich zumindest ansatzweise seine eigenen Social Media Guidelines zurechtgelegt. Denn dass man das privat in den Networks gemalte Bild auch beim Bewerben und auch im Job verkaufen muss, wird wohl jedem klar sein.

Der Facebook Alkotest

Sie werden lachen: Um genau solche Blödsinnigkeiten zu verhindern, gibt es nun sogar schon einen eigenen Facebook-Alkotest – den Social Media Sobriety Test, der sich offenbar an potenzielle Alko-Wiederholungstäter im Social Web richtet. Wie das Tool genau funktioniert, sehen Sie im folgenden Clip. Stellt sich heraus, dass der schreibwütige User seinen Drang wegen zu starker Betrunkenheit doch besser unterdrücken sollte, erscheint stattdessen „is too intoxicated to post right now“ als Statusmeldung.

Ob der Test auch wirklich funktioniert, wurde vom Autor nicht getestet. Der hat seine Guidelines. Die Frage sei aber gestattet: Wer so verantwortungsbewusst ist, dass er eigens einen Alko-Test installiert, um keinen Blödsinn zu posten, schafft es im Rausch dann nicht, abzuwägen, was er tippen darf und was nicht? Wieder ein Stück Eigenverantwortung an ein Computerprogramm abgegeben.

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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