Konkrete Diversity Strategie? Die meisten Unternehmen passen

von in Arbeitsleben, HR am Mittwoch, 28. November 2012 um 11:00

Dass Diversity in den Unternehmen auch in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen wird, ist mittlerweile eine unumstrittene Tatsache. Daher wundert es umso mehr, dass das Thema Diversity in vielen Firmen noch nicht strategisch verankert ist. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Hernstein Management Report, für den 300 Führungskräfte in Österreich, Deutschland und der Schweiz  befragt wurden. Für die einzelnen Personen ist das Thema Diversity hingegen sehr wohl relevant.

Weitere Artikel zum Thema

Das Potenzial der Mitarbeiter nutzen

Die Fakten liegen auf dem Tisch: In lediglich 22 Prozent aller Unternehmen gibt es eine konkrete Diversity Strategie. Deutschland liegt mit 29 Prozent an der Spitze, in Österreich befolgen 19 Prozent der Befragten eine solche, in der Schweiz sind es mit 18 Prozent noch weniger.

„Ist Diversity Management strategisch verankert, werden nicht nur Unterschiedlichkeiten von Beschäftigten anerkannt, sondern Unternehmen wissen sehr wohl, diese Unterschiede als strategische Ressource zu nutzen. Die vielfältigen Fähigkeiten und Kompetenzen der Mitarbeitenden, die vor dem Hintergrund unterschiedlicher Lebenskontexte und Erfahrungen entstanden sind, sollen stärker als im klassischen Management zum Organisationserfolg beitragen“, wie Hernstein-Institutsleiterin Katharina Lichtmanegger erklärt.

Türöffner für Innovationen und erfolgreiche Konzepte

„Unterschiedliche Sichtweisen und Herangehensweisen bergen ein hohes Potenzial an Problemlösung. Gerade unter immer komplexer werdenen Rahmenbedingungen braucht es unterschiedliche Sichtweisen im Team. Nur so entstehen Innovationen und erfolgreiche Konzepte“, ist es für Lichtmanegger nicht verwunderlich, dass Diversity für die einzelne Führungskraft sehr wohl aktuell ist. „35 Prozent der deutschen Führungskräfte geben an, dass Diversity für sie als Führungskraft ein Thema ist, in Österreich sind es 29 Prozent und in der Schweiz 27 Prozent.“ Führungskräfte, so das Ergebnis des Reports, die sich mit dem Thema beschäftigen, tun dies in Hinsicht auf Personalauswahl und bei der Zusammensetzung und Führung von Teams.

Die Führungskräfte sind gefragt

Um die Vielfalt der Mitarbeiter im Unternehmen auch wirklich nutzen zu können, braucht es vor allem auch bestimmte Kompetenzen seitens der Führungskräfte. Die wichtigste Voraussetzung hierbei ist, so die Meinung der Befragten, die Fähigkeit, mit unterschiedlichen Sichtweisen und Widersprüchen umgehen zu können. Mit 55 Prozent Zustimmung in Österreich, 56 Prozent in Deutschland und 55 in der Schweiz gibt es hier keine nennensweren länderspezifischen Unterschiede. Konfliktmanagement sowie kommunikative Fähigkeiten werden ebenfalls als sehr bedeutend angesehen.

Die Fähigkeit zur Selbstreflexion

Vor allem von den Chefs in Deutschland (45 Prozent) wird die Fähigkeit zur Selbstreflexion als wichtige Kompetenz angesehen. „Die Beschäftigung mit Diversity Management bringt definitiv nicht nur Unternehmen einen Schritt weiter, sondern die Führungskraft arbeitet hier sicherlich auch an der eigenen Weiterentwicklung“, so Lichtmannegger.

Bildnachweis: Colourbox

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

Durch die Nutzung unserer Angebote erklärst du dich mit dem Setzen von Cookies einverstanden. Mehr erfahren