Diversity Management ist meist HR-Sache

von in Arbeitsmarkt, HR am Dienstag, 10. April 2012 um 13:07

Wie die Studie zu Diversity Management und CSR in ATX-Unternehmen von Diversity Search, Business Unit von Secretary Search Personalberatung, und factor-D Diversity Consulting kürzlich zeigte, setzen bereits 87 % der ATX-Unternehmen Diversity Management Maßnahmen um. Bei einem Großteil dieser Unternehmen wird Diversity Management von der HR-Abteilung bearbeitet.

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Dieser Zusammenhang ergibt sich aus der Tatsache, dass Diversity Management in weiten Teilen eng mit dem Personalwesen verzahnt ist. Beispielsweise muss Diversity Management, d.h. die proaktive Nutzung vielfältiger Potentiale, auf den Ebenen Personalmarketing, Recruiting und Personalentwicklung implementiert sein, um langfristig erfolgreich zu sein.

Auf lange Sicht braucht es ein unternehmensweites Konzept

Kein anderer Unternehmensbereich bietet sich deshalb so sehr für eine punktuelle Implementierung von Diversity Management an, wie der HR-Bereich. Langfristig wird von ExpertInnenseite angeraten, ein unternehmensweites Diversity-Management-Konzept umzusetzen, weil nur so die Vorteile des Konzepts vollumfänglich genutzt werden können. Trotzdem kann ein ‚Inselkonzept‘ zu Beginn sinnvoll sein. „Obwohl langfristig nur ein ganzheitlich geplantes und strategisch eingebettetes Diversity-Management-Konzept erfolgreich sein kann, eignet sich eine punktuelle Implementierung im Bereich Personal als Start für eine weitreichendere Umsetzung“, erklärt Elisabeth Weghuber, Geschäftsführende Gesellschafterin von Secretary Search Personalberatung, Business Unit Diversity Search, und Expertin für Diversity Management und Recruiting. „Das praktische am personalseitigen Zugang zu Diversity Management ist, dass sich dieser Zugang für KMUs ebenso eignet wie für Großunternehmen.“

Das Finden und Binden von Mitarbeitern

Der zentrale Fokus eines solchen Zugangs zu Diversity Management ist das Finden und Binden von MitarbeiterInnen mit vielfältigen Potenzialen zum Nutzen des Unternehmens. Es braucht also eine Recruitingstrategie, die in Abstimmung mit den Unternehmenszielen die Ansprache und Einstellung (auch) von Diversity-MitarbeiterInnen ermöglicht. Einen solchen diversitätsgerechten Recruitingprozess durchzuführen erfordert Fach- und Arbeitsmarktkenntnis. Hier sollte besonders auf Fettnäpfchen im Umgang mit anderen Kulturen und unbekannten Normen diverser Communities, wie z.B. der LGBT-Community, geachtet werden, um diversitätspositive Bemühungen nicht im Keim zu ersticken.

Zugang zu Communities ist der Schlüssel zum Erfolg

„Der Zugang zu Communities, häufig vermittelt durch neue Medien, ist der Schlüssel zum Diversity Recruiting. Diesen erhält jedoch nur, wer die Sprache der neuen Medien ebenso beherrscht wie die Sprache der jeweiligen Community. Das erfordert Know-how und Fingerspitzengefühl“ bestätigt Diversity Expertin Elisabeth Weghuber. Über das Recruiting hinaus bedarf es Maßnahmen zur langfristigen Bindung von MitarbeiterInnen – jenen, die sich einer Diversity Dimension zugehörig fühlen und jenen, die dies nicht tun. Bei der Planung von diversitätsorientierten Personalentwicklungsmaßnahmen ist stets zu bedenken: jede/r MitarbeiterIn ist divers.

Keine Ausnahmen: jeder Mitarbeiter sollte angesprochen werden

Es sollen deshalb nicht einige angesprochen und andere ausgeklammert werden. Auch weiße Männer, Mitte 30, verheiratet, zwei Kinder sind in vielerlei Hinsicht divers und deshalb in Diversity Management Maßnahmen ebenso zu berücksichtigen. Diversity Expertin Elisabeth Weghuber rät, das Recruiting an der Marktorientierung des Unternehmens auszurichten und gleichzeitig die Personalentwicklung inklusiv zu gestalten. Auf diese Weise kann Vielfalt für das Unternehmen von ökonomischem Nutzen sein und zeitgleich eine Werthaltung vermittelt werden, die niemanden ausschließt. Das HR-Management diversitätspositiv auszurichten, schafft den Zugang zu neuen diversitätsorientieren MitarbeiterInnen und erschließt bereits im Unternehmen vorhandene Diversity Potentiale und ist somit ein guter erster Schritt in Richtung erfolgreiches Diversity Management.

Fotonachweis: Colourbox

Redaktion

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