Auftaktevent für Digitalista: So netzwerken Frauen richtig

von in Arbeitsleben, Social am Freitag, 15. Februar 2013 um 10:37

„Durch die Arbeit von Digitalista wollen wir österreichische Onlinerinnen unterstützen, Selbstbewusstsein für ihre Position zu entwickeln und an ihrer Karriere zu arbeiten. Ich habe in der Vergangenheit oft erlebt, dass Frauen zwar die Kompetenz, aber nicht den Mut haben, verantwortungsvolle Positionen zu übernehmen. Das wollen wir ändern.“ Mit diesen einleitenden Worten begrüßte am Mittwochabend Gastgeberin und Obfrau Elisabeth Oberndorfer die Anwesenden beim Launchevent von Digitalista – dem neuen Netzwerk zur Förderung von Frauen in der österreichischen Digital-Branche.

„Miteinander von Männern und Frauen“

Elisabeth Oberndorfer

Digitalista-Obfrau Elisabeth Oberndorfer

Rund 50 Frauen waren zum Start der Initiative in den Wiener Sektor5 gekommen, um dem Thema des Abends „Networking“ gerecht zu werden. Idee und Konzept von Digitalista ist es, Frauen in der österreichischen Digital-Branche zu fördern.  „Natürlich ist es ein Ziel von Digitalista, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Wir setzen jedoch auf ein Miteinander von Männern und Frauen und kein Gegeneinander.“

Im Job nicht ernst genommen

Doch wie kamen die Gründerinnen auf die Idee zu der Initiative, die karriere.at als Kooperationspartner unterstützt? Man mag es kaum glauben, aber die neun Frauen von Digitalista, top ausgebildet, motiviert, jung und erfolgreich haben alle das gleiche Problem: Sie haben trotz den modernen Branchen, in denen sie sich bewegen, mit überholt geglaubten Geschlechterthemen zu kämpfen. Dies bewegte werbeplanung.at-Redakteurin Elisabeth Oberndorfer und ihre Freundinnen (Doris Christina Steiner, Susanne Liechtenecker, Gilda Polagnoli, Kathrin Folkendt, Natalie Kain, Johanna Waldmann, Grudrun Schweighofer und Stephanie Urbanski) dazu, das Netzwerk zu gründen.

Der Digitalista-Fahrplan

Und die Frauen hinter dem Netzwerk haben viel vor:  So wird es vierteljährliche Events für Mitglieder geben, wo es vor allem um Trends in der Digitalwelt gehen wird und sich zu gleiche jede Menge Gelegenheiten zum Netzwerken ergeben werden. Die Events für das Jahr 2013 auf einen Blick:

  • 15. Mai: Digital Storytelling
  • 11. September: Gamification
  • 27. November: Mobile
  • Advent: Digitalista Punsch

Mit diesen Tipps erfolgreich Netzwerken

Im Zuge des Launchevents gab es zudem auch gleich eine spannende Diskussionsrunde. Saskia Wallner, Geschäftsführerin der Agentur Ketchum Publico, unterhielt sich mit den Besucherinnen über das Thema „Networking“. Hier ein kleiner Auszug davon, wie man es sich aus Frau im Networking Leben einfach machen kann:

  • Besseres und effizienteres Netzwerken durch mehr Selbstbewusstsein.
    Frauen neigen dazu eher schüchtern bzw. zurückhaltend aufzutreten. Bevor Frauen jemanden ansprechen, überlegen sie und überlegen sie, wie die Reaktion sein könnte. Männer hingegen sind in solchen Situationen stärker auf ihren Vorteil bedacht und äußern konkreter was sie wollen. In diesem Fall können sich Frauen auf jeden Fall noch einiges von den Männern abschauen!
  • „Pick up the phone“
    Auch wenn Digitalista sehr online ist, gilt beim Networking, dass es wichtig ist, ein Gesicht bzw. eine Stimme zur E-Mail zu haben. Reines Netzwerken über Online-Kanäle ist nicht so erfolgreich, wie der „Offline-Weg“.
  • Wie funktioniert Event-Networking am besten?
    „Geh raus aus dem Hammermodus“, meint hier Saskia Wallner und spricht hier die Geschichte von Paul Watzlawick „Anleitung zum Unglücklich sein“ an. Netzwerken auf Events kann dabei so einfach funktionieren, meint Wallner und stellt einen ganz einfach Gesprächsleitfaden vor:
  1. IN: „Hallo“!
  2. YOU: „Darf ich fragen was sie beruflich machen?“ und/oder „Was bereitet Ihnen Freude?“
  3. ME: „Ich helfe Unternehmen bei Ihrer Pressearbeit erfolgreicher zu sein“ à (Klingt besser als ich bin PR – Beraterin)
  4. OUT: „Ich muss nun weiter, da ich noch jemanden anderen treffen muss“.
  • Peinliche Stille beim Gespräch – was tun?
    Man kann die beste Netzwerkerin auf Erden sein, wenn der oder die Gesprächspartnerin einfach nicht kommunikativ und offen ist, kann das Gespräch sehr stockend vorangehen bzw. kann die Situation der peinlichen Stille entstehen. In dieser Situation sollte man entscheiden, wie wichtig denn das Gespräch tatsächlich ist bzw. ob es sich überhaupt lohnt weiter zu reden. Wenn man entscheidet, dass das Gespräch wichtig ist, hilft es einfach Fragen detaillierter zu stellen. Zum Beispiel:

A: „Was machen Sie beruflich?“

B: „Ich bin Rechtsanwalt“

Moment der peinlichen Stille.

Möglichkeit 1 „Reinfragen“:
A: „Ach, interessant. Welcher Schwerpunkt? Bzw. bei welcher Kanzlei arbeiten Sie?

Möglichkeit 2 „Themenwechsel“:
A: „Kennen Sie sonst noch jemanden hier?

Wenn man sich allerdings dazu entschließt, dass der Gesprächspartner eigentlich eh uninteressant ist, dann eignet sich die EXITSTRATEGIE: „Ok, ich störe Sie nicht länger. Schönen Abend noch.“

Ganz grundsätzlich gilt allerdings, je authentischer, charmanter, offener und kommunikativer man ist, desto erfolgreicher ist man beim Netzwerken sowohl online als auch offline.

Bildnachweis: Teresa Hammerl / digitalista

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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