Zufrieden mit Gehalt und Stimmung: So tickt die Digital-Szene

von in Arbeitsmarkt, Social am Freitag, 13. Juni 2014 um 09:53

Es ist eine der Zukunftsbranchen und umso spannender sind daher die Ergebnisse der ersten großen Studie über die Digital-Szene in Österreich. Gemeinsam von Digitalista, dem Netzwerk zur Förderung von „Digital Women“, und MindTake Research wurden mehr als 500 Personen befragt. Und es zeigt sich: Einer hohen Zufriedenheit mit dem Gehalt stehen Hierarchien in Unternehmen und die Familienplanung als Karrierekiller gegenüber. Hier die Ergebnisse im Detail:

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Beachtliche Gehaltszufriedenheit

Zuerst die guten Nachrichten: Die Stimmung ist berechtigt gut, denn die heimische Digital-Szene fühlt sich wohl in ihren Jobs. Manche (25 Prozent der Befragten) sogar sehr wohl. „Zufrieden“ bezeichnen sich weitere 36 Prozent, „eher zufrieden“ beschreiben immerhin 23 Prozent ihre Situation. Auch beim Thema Gehalt gibt es erfreuliche News aus der Szene: Mehr als die Hälfte (52 Prozent) aller Befragten meinen, angemessen zu verdienen. Vergleicht man dies mit der allgemeinen Einkommenszufriedenheit von nur fünf Prozent, ist dieser Wert noch beachtlicher. Erwähnenswert auch, dass es bei der Zufriedenheit mit dem Gehalt keine geschlechtsspezifischen Unterschiede gibt.

Was im Job wirklich zählt:

gehalt digital brancheBei der Frage, worauf es im Job ankommt, sind sich Frauen und Männer der Digital-Branche ebenfalls großteils einig: Gutes Arbeitsklima und kollegiale Zusammenarbeit zählen für beide Geschlechter zu den Top 3 Kriterien. Einen messbaren Unterschied gibt es jedoch: Während Frauen Wertschätzung auf Platz zwei heben, sind es bei Männern die abwechslungsreichen Aufgaben, die mehr zählen. Anerkennung ist laut der Studie für Frauen generell wichtiger. Dies zeigt sich auch darin, dass Anerkennung für Frauen eher Indikator für beruflichen Erfolg ist, als für Männer (91 zu 85 Prozent). Das Geschlechterverhältnis der Branche generell hält sich die Waage – hinsichtlich der Positionen gibt es jedoch messbare Unterschiede. Während unter den Eigentümern signifikant mehr Männer zu finden sind (12 zu vier Prozent), gibt es mehr Frauen unter den Angestellten ohne Führungsposition (46 zu 33 Prozent).

Familie und Mobilität sind Frauenthemen

gehalt digital szene„Die allgemein hohe Zufriedenheit in der Branche ist sicherlich auch Indikator dafür, dass es der Branche im Allgemeinen gut geht. Beachtenswert ist allerdings, dass es trotz hoher allgemeiner Zufriedenheitswerte auch in der Digitalbranche einen Gender-Gap hinsichtlich Positionen im Unternehmen gibt. Diesbezüglich tickt digital nicht anders als analog“, so Eva Oberecker, Geschäftsführerin von MindTake Research. Dieser Spiegel der analogen Welt zeigt sich auch in einem weiteren Punkt: Der Familienplanung. Denn die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist auch in der Digital-Branche Frauenthema: Fast die Hälfte aller Frauen (45 Prozent) aber nur 28 Prozent der Männer schätzen die Familie als Jobbremse ein. Wie die Auswertung weiters zeigt, sind Frauen dafür aufgeschlossener, Stadt oder Land für einen Job zu wechseln.

Die letzten Barrieren in den Köpfen

digitalista_20140611-34Trotz dieser Aufgeschlossenheit sehen die weiblichen Befragten ihre Chancen auf einen Aufstieg kritischer als ihre männlichen Kollegen. 82 Prozent der Frauen aber nur 67 Prozent der Männer sind der Meinung, dass höhere Positionen eher von Männern besetzt werden. Auch beim Selbstbewusstsein bewerten Frauen sich selbst zurückhaltender als Männer (70 zu 51 Prozent). Bei der Einschätzung der Vereinbarkeit zeigen sich ebenfalls deutliche Unterschiede zwischen der weiblichen und der männlichen Sicht: So denken zwei Drittel der Frauen, dass Männer dies gut könnten. Von den befragten Männern selbst denken dies hingegen „nur“ 47 Prozent. Elisabeth Oberndorfer, Obfrau von Digitalista, kommentiert: „Mit unserer Studie wollten wir nachgehen, wie die Stimmung in der heimischen Digital-Szene ist. Ich muss gestehen, ich war positiv überrascht von den Ergebnissen. Es war an der Zeit, mit den Vorurteilen aufzuräumen. Die letzten Barrieren in den Köpfen möchten wir weiterhin mithilfe unserer Events entfernen. Viele Einzelbeispiele haben bereits gezeigt, dass wir Mut und Selbstvertrauen geben, die Karriere selbst in die Hand zu nehmen.“

Bildnachweis: William Perugini /Quelle Shutterstock, Digitalista (3)

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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