Digital Worker: Erfolgreich ist, wer unabhängig arbeiten kann

von in Arbeitsleben, Arbeitsmarkt am Freitag, 12. Juni 2015 um 10:42

Alles eitel Sonnenschein in der österreichischen Digital-Branche? Jein: Heimische Digital Worker sind im großen und ganzen zufrieden, Themen wie der Gender Pay Gap oder Familienplanung als Karrierehindernis beschäftigen sie aber. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor, die von Digitalista und MindTake unter 500 Branchenangehörigen durchgeführt wurde.

Social Media, Web Development, Online-Konzeption, Entwicklung und Design – Berufe in der Digital-Branche boomen. Wie es um die Zufriedenheit der österreichischen Branche steht, hat Digitalista wieder gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen MindTake Research beleuchtet. Mehr als 500 befragte Männer und Frauen geben Einblick in ihren Joballtag und verraten, wie wichtig Karriere ist und was man in der Branche verdient.

Nicht alle verdienen gleich

Die Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen macht auch vor der Digital-Branche in Österreich nicht Halt. Frauen verdienen monatlich durchschnittlich 2.860 Euro brutto. Das Gehalt der Männer beträgt 3.340 Euro. Der Einkommensunterschied ist auch spürbar: 35 Prozent der weiblichen Arbeitnehmer sagen, dass sie in gleicher oder ähnlicher Position weniger verdienen, als ihre männlichen Kollegen. Dieser Aussage schließen sich 16 Prozent der Männer an. Mit dem Gehalt ist aber mehr als die Hälfte der Befragten zufrieden. Die Verdienstmöglichkeiten in der Digitalbranche sind gut, Digital Worker gehören aber nicht zu den Besserverdienern.

Einkommen

Gehaltserhöhung: Frauen fragen öfter nach

Das Bewusstsein, weniger als männliche Digital Worker zu verdienen, nehmen Frauen nicht einfach hin: Sie fragen öfter nach einer Gehaltserhöhung oder einer Beförderung. „Dass das funktioniert, zeigt auch die hohe Erfolgsquote“, kommentiert Martina Neidhart von MindTake. 22 Prozent aller Studienteilnehmer haben in den letzten 12 Monaten nach einer Beförderung gefragt, wobei mehr Frauen als Männer einen Gehaltssprung eingefordert haben. Die Nachfrage beim Chef hat sich meistens ausgezahlt: Drei Viertel der Beschäftigten, die nach einer Beförderung gefragt haben, haben diese auch bekommen.

Digitalista Studie Gehaltserhoehung

Karrierekiller Familienplanung

Die Studie hat auch erfragt, was der eigenen Karriere im Weg steht. Beide Geschlechter nennen mangelnde Aufstiegsschancen (53 Prozent Männer, 55 Prozent Frauen) als größtes Hindernis. Für Frauen stellen außerdem die Familienplanung (43 Prozent) und fehlendes Selbstvertrauen (29 Prozent) Stolpersteine auf dem Karriereweg dar. Männer sorgen sich um ihre Karriere wenn ein Umzug notwendig ist (33 Prozent), auch die Familienplanung lässt Männer grübeln (31 Prozent).

Was macht Erfolg im Job aus?

Männer und Frauen sind sich bei dieser Frage großteils einig, nur Anerkennung im Job ist Frauen wichtiger als männlichen Arbeitnehmern: Für Letztere steht Unabhängigkeit auf Platz Eins. Ein Wert hat im Vergleich zu 2014 noch zugelegt: Die Freizeit. Sie wird heuer wesentlich häufiger als Erfolgsfaktor gesehen (+8 Prozent zum Vorjahr).

Digitalista Studie Erfolg Beruf

Das steht auf der Wunschliste

Die befragten Digital Worker haben klare Vorstellungen davon, was sie im Job begeistert:

Wichtige Faktoren

Heimische Digital-Branche ist zufrieden

Trotz Gender Pay Gap und Sorgen hinsichtlich der Karriereplanung herrscht in der österreichischen Digital-Branche große Zufriedenheit: Mehr als 60 Prozent sind mit ihrer aktuellen Position zufrieden oder sehr zufrieden. Wer ein eigenes Unternehmen besitzt oder selbständig arbeitet, ist besonders happy mit dem Job (88 Prozent). Mit dem Aufstieg auf der Karriereleiter steigt die Zufriedenheit ebenfalls: Befragte, die im Management tätig sind, sind um 9 Prozentpunkte zufriedener als Angestellte ohne Führungsfunktion. „Wie auch unsere Studie im vergangenen Jahr bereits gezeigt hat, ist die Digital-Branche generell eine sehr glückliche. Die Gründe sind sicherlich vielfältig: Internationalität, wenig starre Strukturen und Hierarchien und das große Potenzial zur Selbstverwirklichung“, kommentiert Elisabeth Oberndorfer, Obfrau von Digitalista die Studienergebnisse.

Über Digitalista

Digitalista wurde 2012 von sieben Frauen gegründet und hat es sich zum Ziel gesetzt, Frauen in der österreichischen Digital-Branche beruflich und persönlich zu fördern.

Bildnachweis: pressmaster / Shutterstock; MindTake Research (Grafiken)

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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