Meine Eltern sagen, also bin ich! Zufriedenheit wird uns in die Wiege gelegt!

von in Arbeitsleben am Mittwoch, 31. August 2011 um 13:44

Der Einfluss unserer Eltern geht offenbar tiefer als bisher gedacht. Nicht nur, dass sie uns die Lust auf viele verbotene Dinge im Kindes- und Teenager-Alter mit hartnäckiger, jahrzehntelanger Pädagogik abgewöhnt haben. Sie beeinflussen auch unseren Job! Denn laut einer aktuellen Studie prägen Eltern die Einstellung ihrer Kinder zum Beruf entscheidend mit. Ob Führungsposition oder Hilfsarbeiter: Sind Sie glücklich in Ihrem Job? Oder besser noch: Waren Ihre Eltern glücklich im Beruf?

Wir alle kennen sie. Kollegen, die jeden Tag schon um 7 Uhr früh mit einem Lächeln im Gesicht das Büro betreten. Alle Arbeiten gehen ihnen leicht von der Hand und bei wichtigen Entscheidungen haben sie sich noch nie geirrt. Es scheint, als ob diese Kollegen wie geschaffen sind für ihren Job. Aber wie kommt das? Sind sie ehrgeiziger oder haben sie womöglich das sagenumwobene Karriere-Gen? Alles Blödsinn, besagt eine aktuelle Studie der National University of Singapore: Welche Jobs zu uns passen, ist genetisch bereits vorbestimmt.

Der Gen-Mix entscheidet

Bei der Studie wurden zwei genetische Marker herausgefiltert, die für unsere Karriere relevant sind. Zum einen der Dopamin Rezeptor und das Serotonin Transporter-Gen. Das Dopamin ist entscheidend für unsere Entscheidungsfähigkeit. Risikobereitschaft und Impulsivhandlungen werden von diesem Rezeptor beeinflusst. Probanden mit hohem Dopamin-Gehalt sind unglücklicher in ihrem Job als Probanden mit höherem Serotonin-Gehalt. Dieser ist nämlich verantwortlich für unser Selbstbewusstsein und geringere Depressionsraten. Die Studie zeigt: Probanden mit höherer Dopamin-Tendenz wählen häufiger Jobs mit geringerer Entscheidungsbreite. Das führt dazu, dass sie sich schnell unzufrieden in ihren Jobs fühlen.

Schlagen Sie neue Wege ein!

Mag sein, dass die Genetik auch die Berufswahl beeinflusst und sicherlich tragen auch unsere Eltern, deren Erfahrungen und vermittelte Wertvorstellungen ihren Teil dazu bei. Doch reicht „Genetik“ als Totschlag-Rechtfertigungsgrund für die eigene Unzufriedenheit im Job?

Viel wichtiger sind die Erfahrungen, die man selbst macht. Die Zeiten haben sich geändert und auch der Arbeitsmarkt unterliegt einem ständigen Wandel. Faktoren, die noch vor zehn Jahren einen Top-Job ausgemacht haben, können für die folgende Generation schon weniger wichtig sein (Stichwort „Fixer Job, das reicht.“) Kurz: Zu viele Aspekte tragen dazu bei, ob wir unzufrieden sind oder uns an einem Ort oder bei einer Aufgabe wohlfühlen. Diese reichen von netten Kollegen über die gestellten Herausforderungen bis hin zum Gehalt, bestätigen Arbeitnehmerbefragungen wie beispielsweise das Allianz Arbeitsmarktbarometer (siehe Grafik oben) immer wieder.

Redaktion

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