Die Arbeit ist alles was wir noch haben …

von in Arbeitsleben am Dienstag, 8. Juni 2010 um 22:25

„Wenn die Hütte überschwemmt wird, machen wir den Laden hier dicht.“, so zumindest hat sich der Besitzer der Glashütte im polnischen Sandomierz das vorgestellt. Natürlich hatte er bereits einen Ausweichplatz ins Auge gefasst, denn in der Ukraine sind die Löhne noch niedriger als in Polen.

Seit Sonntag ist die Hochwasserlage an der Weichsel wieder ernst, die ersten Dämme sind gebrochen und diverse Dörfer und Städte im Süden Polens sind bereits überschwemmt. Darunter auch Sandomierz wo der größte Arbeitgeber der Region beheimatet ist. Die Glashütte beschäftigt 2000 Mitarbeiter. Nach der Drohung der Geschäftsleitung die Hütte zu schließen, wenn sie überschwemmt wird, organisieren die Arbeiter eine Rettungsaktion.

Die Hütten-Arbeiter haben bereits ihre Habseligkeiten und Häuser verloren; „die Arbeit ist alles was wir noch haben“, sagt einer einem deutschen Kamerateam. Also wird die Hütte zu einer Art Insel ausgebaut. Viele tausend Sandsäcke werden aufgeschlichtet um den Betrieb und die Arbeitsplätze zu sichern.

Bisher hat der Hütten-Deich gehalten, aber die nächste Hochwasserwelle ist bereits auf dem Weg. Die Arbeiter wollen bis zum Schluss kämpfen, zu verlieren haben sie sowieso nichts mehr. Arbeitskampf einmal anders.

via 20 Minuten Online, Tagesthemen, tvp.pl (Foto)

Michael Feichtinger

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