Der perfekte Kollege: Freundlich, ehrlich – nicht sexistisch

von in Arbeitsleben am Montag, 19. März 2012 um 11:44

Kollegen: Man verbringt pro Tag mehr Zeit mit ihnen als mit Familie, Freunden oder Verwandten. Man isst mit ihnen, man weiß über Urlaub, Wochenendplanung und private Dinge Bescheid. Und man muss mit ihnen auskommen. Im Idealfall herrscht ja freundschaftliche Atmosphäre untereinander, was in vielen Büros aber wohl eher ein frommer Wunsch bleibt. Was die Österreicher an ihren Kollegen schätzen und was ihnen auf die Nerven geht, hat nun eine Studie ergründet.

Könnte sich der österreichische Durchschnitts-Arbeitnehmer seinen Wunsch-Arbeitskollegen selbst auswählen, wäre dieser: freundlich, hilfsbereit, höflich und ehrlich. Und: kompetent sollte dieser sein! Besonnenheit, Bescheidenheit, Zurückhaltung, Erfolg oder Temperament werden allerdings immer unwichtiger. Das Marktforschungsinstitut SPECTRA befragte dafür 1.000 Personen, darunter 581 Berufstätige. Spannend vor allem: Männer und Frauen stellen unterschiedliche Ansprüche an ihre Kollegen.

Kompetenz wanted!

Kompetenz (41 Prozent), Ehrlichkeit (39 Prozent) führen das Ranking beider Geschlechter an. Was aber vor allem Frauen schätzen, sind Hilfsbereitschaft (41), Höflichkeit (40) und rücksichtsvolles Verhalten (22). Was Männern hingegen vergleichsweise wichtiger als Frauen ist: Freundlichkeit (41), Pünktlichkeit (30) und – oh Wunder – gutes Aussehen (14 Prozent). Nur acht Prozent der Frauen legen starken Wert auf Äußerlichkeiten.

Doch was stört die Österreicher an ihren Kollegen am meisten? Im negativen Sinn top sind hier insgesamt Charakterzüge wie Arroganz, Unehrlichkeit, Rücksichtslosigkeit oder die mangelnde Gabe, Fehler eingestehen zu können.

Aufdringlichkeit und Sexismus: Für Männer kein Grund zum Ärger

In erster Linie sind es drei Dinge, die Frauen an Kollegen wesentlich kritischer sehen als Männer: 41 Prozent hassen Aufdringlichkeit (Männer: 21 Prozent) 27 Prozent kritisieren schlechte Manieren (Männer: 19 Prozent) und 38 Prozent der Frauen gaben sexistisches Verhalten als Kritikpunkt an. Nur neun Prozent der Männer sehen letzteres als Problem. Willkommen im Neandertal.

Bildnachweis: colourbox.com

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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