Das ideale Team besteht aus neun Mitgliedern

von in Arbeitsleben am Mittwoch, 26. Juni 2013 um 09:14

Wer glaubt, allein am besten zu arbeiten, wird diese Zeilen wohl etwas ungläubig lesen: Denn wie ein internationales Forschungsteam kürzlich herausgefunden hat, besteht das ideale Team aus neun Mitgliedern. Zugegeben, für eine Fußballmannschaft wären das zwei zu wenig – im beruflichen Kontext jedoch soll dies die perfekte Größe für den Erfolg sein.

Trittbrettfahrer in zu großen Gruppen

Hintergrund für die aktuellen Forschungen von Wu Yang von der Michigan State University ist die Frage, wie eine Gemeinschaft ohne staatliche Einmischung zurecht kommen würde. Inspiration für die Untersuchung war die amerikanische Ökonomin und Nobelpreisträgerin Elinor Ostrom. Ihr gelang es zu beweisen, dass weder zu kleine noch zu große Gruppen auf Dauer funktioneren würden. Mitglieder zu kleiner Gruppen können überfordert sein, bei zu großen Gruppen besteht hingegen die Gefahr, dass sich einzelne Mitglieder auf die faule Haut legen und Trittbrett fahren. Unmut ist hier vorprogrammiert.

Naturschützer in China beobachtet

Wu Yang

Wu Yang

Die Überprüfung dieser These in der Realität ist nicht einfach, den Forschern um Wu Yang ist dies nun jedoch gelungen. Und zwar mit der Analyse von Daten über die Bevölkerung im chinesischen Wolong-Naturreservat. Seit 1995 werden dort rund 1200 Haushalte bei ihrer Arbeit als Naturschützer beobachtet. Der Hintergrund: Über ein nationales Programm zum Schutz des Großen Pandas bekommen die Bewohner der bewaldeten Bergregion Geld für den Schutz bzw. die Erhaltung des Waldes. Den Personen wurden Waldabschnitte zugewiesen, per Satellitenaufnahmen wurden die Entwicklungen beobachtet und dokumentiert.

Die besten Ergebnisse

pandaDie Daten von mehr als sechs Jahren verglichen die Forscher nun hinsichtlich des jeweiligen Arbeitsaufwands, der Zahl der Haushalte sowie des Zustands des Waldstückes. Auch wenn sie Haushalte und nicht Einzelpersonen verglichen, kamen die Forscher laut einem Artikel im Fachmagazin PNAS zu eindrucksvollen Ergebnissen. Denn wie die Beobachtung zeigte, waren die Ergebnisse dann am besten, wenn sich neun Familien um ein Waldstück kümmerten. Der Arbeitsaufwand war laut den Familien überschaubar.

Bildnachweis: Hung Chung Chi / Quelle Shutterstock, Nicole Hollenstein / Quelle Shutterstock, mus

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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