Dankschreiben: Punkten nach dem Bewerbungsgespräch

von in Bewerbung am Montag, 1. Juni 2015 um 10:42

Ein Dankschreiben nach der Bewerbung und dem Vorstellungsgespräch: Zu viel des Guten oder geschickter Schachzug? An diesem Thema scheiden sich die Geister, auf jeden Fall erfordert es viel Fingerspitzengefühl. Wir sagen: Ja zum netten Dankeschön nach einem Jobinterview! Denn wer freut sich nicht über ein Danke? Beim Verfassen eines Dankschreibens gibt es aber einiges zu beachten: Es kann zwar ordentlich Eindruck schinden, darf aber nicht zu verzweifelt wirken. Wir verraten, was ein gutes Dankschreiben ausmacht – Mustersätze inklusive.

Nach dem Vorstellungsgespräch beginnt für Bewerber die bange Zeit des Wartens. Nach einiger Zeit kann man zwar nachhaken, eine Sache kann man aber davor noch tun: Mit einem persönlichen Dankschreiben die Bewerbung abrunden. Sich bei einem Personalverantwortlichen für ein Bewerbungsgespräch zu bedanken ist in unseren Breiten noch nicht sehr üblich – genau damit kann man punkten. Man tut, was der Großteil der anderen Bewerber nicht tut und fällt damit auf. Mit einer kurzen Notiz kann man also mächtig Pluspunkte sammeln. Vorausgesetzt, man meistert die Gratwanderung zwischen nettem Dank und lästigem Anbiedern.

Dankschreiben – ja oder nein?

Ein Dankschreiben ist natürlich kein Muss, um einen Job zu ergattern. Wer sich mit dem Gedanken an diese Art der Korrespondenz überhaupt nicht anfreunden kann, sollte sich auch nicht durch das Verfassen einer E-Mail quälen. Bei der Entscheidung, ob man sich schriftlich bedankt, spielt auch das Bauchgefühl eine große Rolle. Wurde ich beim Jobinterview ernst genommen? Waren die Gesprächspartner sympathisch? Hat mich der Rundgang durchs Unternehmen bereits begeistert? Kurzum: Lief das Bewerbungsgespräch sehr gut, nur mittelprächtig oder war es ein Desaster? Aber auch wenn im Jobinterview nicht alles perfekt nach Plan gelaufen ist, kann ein Dankschreiben kleine Fehler noch einmal ausmerzen. Klar, wer die Mindestanforderungen an den Job nicht erfüllt, den rettet auch ein Schreiben nicht mehr. Kleine Stolperfallen oder Missverständnisse, die im Gespräch aufgetreten sind, kann man durch eine nette E-Mail eventuell wieder ausbügeln.

How-to: Der Dankesbrief

In ein persönliches Dankschreiben investiert man Zeit, Mühe, vielleicht auch schönes Briefpapier und eine Briefmarke. Dinge, die der Empfänger üblicherweise zu schätzen weiß.

  • Wann und wie?
    Im Idealfall schickt man sein Dankschreiben ein bis zwei Tage nach dem Bewerbungsgespräch ab. Ob postalisch oder per E-Mail hängt vom Bewerbungsprozess und dem Arbeitgeber ab: Hat das traditionsreiche Familienunternehmen auf postalischer Bewerbung bestanden, passt ein Schreiben per Post natürlich besser als eine E-Mail. Schneller und einfacher ist natürlich das digitale Schreiben.
  • An wen?
    Das Dankschreiben wird an den Gesprächspartner geschickt, mit dem das Bewerbungsgespräch geführt wurde. Es wird direkt an die Führungskraft oder den Recruiter adressiert. Wenn mehrere Personen am Jobinterview teilgenommen haben, schickt man sein Schreiben an denjenigen, der zum Gespräch eingeladen hat – das ist meist der HR-Manager des Unternehmens.
  • Wie lang?
    In der Kürze liegt die Würze: Das kleine Dankeschön darf kein langer Bittstellerbrief sein sondern soll kurz und bündig vermitteln, dass man sich für die Gelegenheit zum Gespräch noch einmal bedanken möchte.
  • Was steht drin?
    Dass es sich um ein Dankeschön handelt, darf und soll sofort aus dem ersten Satz hervorgehen. Danach kann man auf alles eingehen, das einem gefallen hat. Und natürlich erwähnt man noch einmal, warum man der ideale Kandidat für den Job ist.

Mustersätze und Formulierungshilfen

Jedes Dankschreiben muss individuell verfasst werden. Nach einer allgemeinen Einleitung sollte sich zumindestens ein Satz auf Inhalte des Vorstellungsgesprächs beziehen. Diese Mustersätze helfen ein wenig auf die Sprünge:

„Herzlichen Dank für die Einladung zum Gespräch und Ihre Zeit.“

„Vielen Dank für unser Gespräch und die ausführlichen Informationen zur ausgeschriebenen Position.“

„Der Rundgang durch die Abteilung und das Kennenlernen des Teams hat mir sehr gut gefallen.“

„Ihre Frage nach …….. hat mich anfangs etwas verunsichert, mittlerweile bin ich aber zu dem Schluss gekommen dass ……..“

„Unser Austausch über die Herausforderungen, denen sich die Branche stellen muss, hat mich in meinem Wunsch bestärkt, in Ihrem Unternehmen zu arbeiten.“

„Sollten sich noch Fragen ergeben, freue ich mich auf Ihren Anruf.“

Bildnachweis: Dragana Jokmanovic / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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