Co-Working im Sektor 5: Modernste Arbeitsweise trifft vergangene Zeiten

von in Arbeitsleben, Arbeitsmarkt, Social am Donnerstag, 13. Juni 2013 um 10:42

Ein bisschen versteckt ist er schon, der Eingang zum Wiener Co-Working-Space Sektor 5. Einmal gefunden geht es zuerst über den Hof, dann rechts eine Treppe hinauf und gleich links durch die unscheinbare Türe. Dort, wo schon die Cola-Flaschen stehen, ist man richtig. Gegründet im Herbst 2010 ist das 600 Quadratmeter große Loft im 5. Bezirk kein Geheimtipp mehr. Beim karriere.at-Besuch führt Sektor-5-Gründer und gute Seele Yves Schulz durch die Büroräume und somit auch durch die Zeit. Weil Bilder mehr sagen als tausend Worte, gibt es freilich auch eine feine Fotogalerie.

Die Lösung gibt’s oft beim Tischnachbarn

Yves Schulz, Sektor 5

Yves Schulz, Sektor 5

Co-Working-Spaces funktionieren auch in Österreich. Immer mehr Menschen wollen flexibel arbeiten und nehmen sich auch die Freiheit heraus, dies zu tun. So etwa im Wiener Co-Working-Space Sektor 5. Kreative, Selbständige und Projektgruppen mieten sich seit mittlerweile fast drei Jahren ein und erleben eine Gemeinschaft, wie sie wohl ihresgleichen sucht. „Wenn etwas fehlt, braucht man nur zum nächsten Tisch gehen“, schildert Yves Schulz, wie Face to Face-Netzwerken funktionieren kann. Und das in einer Zeit, in der die direkte Kommunikation angeblich schon ausgestorben ist. Das Geschäftsmodell ist schnell erklärt. Leute aus den verschiedensten Bereichen können sich einmieten – und zwar so lange wie nötig und gewünscht – und dann Seite an Seite arbeiten. Einzige Bedingung für das Dasein als Schreibtischmieter: „Es müssen schon alle miteinander auskommen.“

„Es geht um ein gutes Feeling“

sektor5Die Cafébar im Eingangsbereich lässt schnell einen Eindruck entstehen, der beim weiteren Rundgang bestätigt wird. „Es geht um ein gutes Feeling, darum, dass es lebt.“ Ob Start-Up, Freelancer, Projektgruppe oder was auch immer – ein guter Mix, so Schulz, ist die ideale Besetzung für das Loft. Um eine gewisse Diversität zu erreichen, braucht es jedoch genügend Leute. „Das Wort ist modern, alles ist plötzlich ein Co-Working-Space. Damit es funktioniert, braucht man aber eine gewisse Größe von etwa 40 bis 60 Sitzplätzen.“ Auch reicht eine Teeküche, wie sie in vielen Firmen besteht, für echte Kommunikation nicht aus. „Man braucht richtige Kommunikationsräume, in denen man sich nicht ständig im Weg steht.“ Im Sektor 5 ist dieser Bereich eindeutig vorhanden, die Cafébar ist zudem auch für Außenstehende offen und kann gerne und jederzeit zum Arbeiten genutzt werden. „Hier ist es trotz allem ruhiger als in einem echten Café.“

Fotogalerie – Walking Sektor 5

So bunt die Möbel, so klar die Wände

So bunt die zusammengesuchten Vintage-Möbel aus den 60er- und 70er-Jahren, so klar sind die Wände. „Zu viel Farbe wurde verhindert, das lenkt vom Arbeiten ab“, schildert Schulz, dass es im Sektor 5 nicht nur um cooles Aussehen geht. So wurde bei den Bürosesseln auf Arbeitsergonomie geachtet. „Es kann ja nicht sein, dass ich aufstehe, und Rückenprobleme habe.“ Bedenkt man, wie viel Zeit man in der Arbeit verbringt, ist auch die Frage des Zusammenlebens eine wichtige. „Wir müssen uns schon darauf verlassen können, dass die Leute mitarbeiten und aufeinander Rücksicht nehmen. Aber das funktioniert.“ Dass der Sektor 5 mehr ist als nur Arbeitsplatz, zeigen die diversen Events sowie aktuelle Bemühungen, mit anderen Kreativen und Gleichgesinnten in Europa zusammenzuwachsen.

Bildnachweis: Heike Frenner

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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