Der Chef im Fokus: Gute Fachkenntnis aber wenig Lob!

von in Arbeitsleben am Freitag, 18. November 2011 um 13:29

Das Jahr geht dem Ende zu und es ist Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen. Wie zufrieden waren Sie mit Ihrer Arbeitssituation im Jahr 2011? Welche Noten haben sich Österreichs Chefs verdient? Gut! Das besagt jedenfalls eine Umfrage des Instituts IMAS unter 491 Arbeitnehmern. Außerdem Ziel der Untersuchung: Das Führungsverhalten der Vorgesetzten aus Sicht der Angestellten. Obwohl es viel Lob für die Kompetenz der Führungskräfte gab ist klar: Ein „Gut“ ist leider kein „Sehr Gut“. Es gibt noch Luft nach oben!

40 Prozent aller Befragten sind mit ihrer beruflichen Situation sehr zufrieden und jeder Zweite ist zumindest einigermaßen zufrieden. Nur jeder Zehnte ist mit seinem Arbeitsverhältnis nicht im Reinen. Lediglich jeder Hundertste ist ganz und gar unzufrieden.

Der durchschnittlich zufriedene Arbeitnehmer

Kann man die Zufriedenheit im Job an speziellen Eigenschaften ausmachen? Laut Umfrage JA.

Chefs überzeugen mit Fachkenntnis

Doch nicht nur die eigenen Rahmenbedingungen haben Einfluss auf die Arbeitszufriedenheit. Da wären ja auch noch die Führungskräfte. Was finden Mitarbeiter an ihren Vorgesetzten gut? Gute Fachkenntnisse werden von 47 Prozent der befragten Arbeitnehmer sehr geschätzt. Aber auch der Einsatz für die Mitarbeiter (38 Prozent), sowie Gerechtigkeit (37 Prozent) und klare Anweisungen (35 Prozent) stehen bei den Mitarbeitern hoch im Kurs.

Lob mich mal!

Wenn es um die berufliche Anerkennung oder Lob geht, haben die österreichischen Vorgesetzten noch viel Aufholbedarf. Gerade mal 33 Prozent der Befragten fühlen sich von ihrem Chef genug gelobt. Dabei ist gerade diese Form der Anerkennung ein wichtiger Motivator für die Kollegen. Auch das Desinteresse am beruflichen Weiterkommen der Mitarbeiter wird kritisiert: Gerade mal ein Fünftel ist laut Studie überzeugt, dass der Vorgesetzte am Weiterkommen der Mitarbeiter interessiert ist.

Hektisches und nervöses Verhalten wird von 17 Prozent der Befragten bemängelt und weitere neun Prozent werfen ihrem Chef Launenhaftigkeit vor. Acht Prozent geben an, ihr Chef sei überfordert oder verfüge über keine Fachkenntnisse. Auch das Schmücken mit fremden Federn wird von den Mitarbeitern getadelt

Zufriedenheit ist geschlechterspezifisch

Äußerst interessant: Zufriedenheit mit der beruflichen Situation ist anscheinend auch vom Geschlecht abhängig. So waren die weiblichen Befragten seltener bereit, die Tugenden der Chefs hervorzuheben als ihre männlichen Kollegen. Auch die Möglichkeit ihrem Chef zuzuschreiben, dass er klare Anweisungen gibt und ein offenes Ohr für Probleme hat, wird von den befragten Frauen kaum wahrgenommen. Häufiger als die befragten Männer werfen Frauen ihren Chefs, Launenhaftigkeit, Hektik und Nervosität vor.

Bildnachweis: colourbox.com

Redaktion

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