24 Stunden online: Chancen und Gefahren durch Smartphone & Co.

von in Arbeitsleben am Donnerstag, 7. Februar 2013 um 11:04

Jeder vierte Arbeitnehmer sieht sich gezwungen, auch nach der Arbeit mit der Arbeit beschäftigt zu sein. Zumindest digital und zwar durch Smartphones und Co. Und diese Überstunden führen zu Druck. Immer mehr Arbeitnehmer greifen, so die aktuelle Befragung des Kelly Global Workforce Index (KGWI), auch nach Feierabend zu Smartphone und Laptop. Diese Entwicklung steigert zwar die Produktivität, schluckt jedoch auch einiges an Freizeit.

Nur Stress? Fehlanzeige

Es sind vor allem die beruflichen E-Mails, die rund um die Uhr gelesen und auch beantwortet werden. Jeder Zweite arbeitet laut der Studie bis zu fünf Stunden wöchentlich mehr – und das in der freien Zeit. Zwölf Prozent der Arbeitnehmer gaben sogar an, mehr als zehn Überstunden in Heimarbeit zu leisten. Wer meint, diese Entwicklung sei nur negativ, der irrt. Denn viele Arbeitnehmer spüren demnach auch die positiven Auswirkungen der heutigen Technologien. Beinahe jeder Zweite (48 Prozent) ist der Meinung, dass die Nutzung dieser die eigene Effizienz bzw. Produktivität im Job gesteigert hat. Weitere 29 Prozent der Befragten finden, dass sich die Work-Life-Balance durch Smartphone und Co. sogar verbessert hat.

Juristische Berufe und Marketing: Ermüdung und Burnout

Ein weiteres Fünftel meint sogar, die Jobsicherheit hat sich durch die zunehmende Mobilität erhöht. ABER: 41 Prozent gaben zugleich an, dass die „Dauerarbeit “ zu erhöhter Ermüdung und Burnout beiträgt. Besonders in juristischen Berufen (55 Prozent Zustimmung) und im Marketing (52 Prozent) spüren Mitarbeiter den Druck. Interessant ist hier jedoch zu beachten, woher der Druck kommt. Denn 40 Prozent der Befragten meinen, sie erzeugen ihn selbst. Erst an zweiter Stelle kommt mit 30 Prozent der Arbeitgeber, auf Platz Drei liegt die jeweilige Branchenkultur mit zwölf Prozent. Kunden und Kollegen werden ebenfalls genannt, mit acht bzw. sieben Prozent jedoch eindeutig weniger dringend.

Die Arbeitswelt im Wandel

„Die zunehmende Nutzung von mobilen Endgeräten verändert die Arbeitswelt von immer mehr Menschen. Die positiven Effekte wie höhere Produktivität und Effizienz nützen den Unternehmen und Beschäftigten gleichermaßen. Doch sollte die Nutzung nicht in zusätzlichen Druck und Überstunden münden, welche die Kräfte der Mitarbeiter aufzehren “, betont Dinette Koolhaas von Western Europe Kelly Services.

Bildnachweis: Yuri Arcurs / Quelle Shutterstock

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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